Zahl der Katholiken wächst weltweit

Gestern wurde das statistisches Jahrbuch der katholischen Kirche vorgelegt

Vatikanstadt, (ZENIT.org) | 538 klicks

Gestern wurde dem Heiligen Vater von Kardinal Tarcisio Bertone, Staatssekretär, und Monsignore Angelo Becciu, Vertreter für Allgemeine Angelegenheiten, das neue päpstliche Jahrbuch vorgelegt. Die Redaktion des neuen Jahrbuches wurde von Mons. Vittorio Formenti, Beauftragter des Büros für Kirchenstatistik, von Prof. Enrico Nenna und anderen Mitarbeitern herausgegeben. 

Zu diesem Anlass wurde ebenso das von der gleichen Stelle herausgegebene Annuarium Statisticum Ecclesiae 2011 vorgestellt. 

Die komplexe Publikation beider Bände wurde von Rev. Don Sergio Pellini, S.D.B., Generaldiektor, von Comm. Antonio Maggiotto, S.D.B., von Comm. Giuseppe Canesso, S.D.B., von Rev. Marek Kaczmarczyk, S.D.B. und von Domenico Nguyén Duc Nam, S.D.B. der vatikanischen Typographie herausgegeben. Die Bände werden demnächst in den Buchhandlungen erhältlich sein. 

Der Heilige Vater bedankte sich lebhaft bei den Mitarbeitern für die neue Edition der Bände, wobei er den illustrierten Daten besondere Aufmerksamkeit schenkte. 

Den hier vorgelegten Angaben können einige Neuigkeiten entnommen werden, die das Leben der katholschen Kirche weltweilt während 2012 bis zur Wahl Papst Francescos betreffen. 

Innerhalb dieses Zeitraums wurden 11 neue Bischöfe, 2 persönliche Ordinariate, 1 apostolischer Vikar und 1 apostolischer Prefäkt gegründet; es wurde 1 territoriale Prelatur nach zu Diözese erhoben und 2 apostolische Exarchate zu Eparchien. 

Die statistischen Daten des Annuarium Statisticum, die das Jahr 2011 betreffen, erlauben die Präsenz und die Tätigkeiten der Gemeinden der katholischen Kirche in den 2979 kirchlichen Bezirken weltweit herauszustellen. 

Die auf der ganzen Welt verteilten Katholiken  sind zwischen 2010 und 2011 von 1.196 auf 1.214 Millionen angestiegen, was 1,5% entspricht. Dieser Anstieg ist gemessen am Wachstum der Weltbevölkerung (1,23%) etwas höher, die Präsenz der Katholiken ist im Wesentlichen unverändert (17,5%). Die territoriale Analyse der Veränderungen innerhalb dieser zwei Jahre belegt einen Anstieg der Katholiken in Afrika von 4,3%, dessen Bevölkerung um 2,3% angestiegen ist. Auch auf dem asiatischen Kontinent konnte ein Anstieg der Katholiken im Verhältnis zum Anstieg der Bevölkerung festgemacht werden (2,0% zu 1,2 %). In Amerika und Europa hingegen kann ein gleichwertiger Anstieg zwischen Katholiken und Bevölkerungswachstum festgestellt werden (0,3%). 2011 können die getauften Katholiken weltweit wie folgt auf die einzelnen Kontinente verteilt werden: 16,0% in Afrika, 48,8% in Amerika, 10,0% in Asien, 23,5% in Europa und 0,8% in Ozeanien.

Die Zahl der Bischöfe stieg von 2010 bis 2011 von 5.104 auf 5.132, ein Anstieg von 0,55%. Diese Zunahme bezieht sich vor allem auf Ozeanien (+4,6%) und Afrika (+1,0%), während Asien und Europa etwas oberhalb des weltlichen Durchschnitts liegen. Amerika ließ keine Veränderungen verlauten. In Anbetracht solch unterschiedlicher Entwicklungen ist die Verteilung der Bischöfe über die einzelne Kontinente innerhalb der gennanten zwei Jahre dennoch, mit Amerika und Europa, die weiterhin 70% der Gesamtzahl repräsentieren, in etwa stabil geblieben.

Die Zahl der Priester - der diözesanen und religiösen - ist, wie das letzte Jahrzehnt zeigt, weltweit mit der Zeit angestiegen, angefangen am 31. Dezember 2001 von 405.067 auf 413.418 am 31. Dezember 2011 (+2,1%). Diese Entwicklung ist jedoch in den unterschiedlichen geographischen Regionen nicht homogen.Die Entwicklung des Zahl der Presbyter in Afrika und Asien ist ziemlich tröstlich mit einem Anstieg von +39,5% beziehungsweise +32,0% (mit einem Zuwachs auf beiden Kontinenten allein 2011 um weitere 3.000 Einheiten), während Amerika gleichbleibend bei 122.000 Einheiten liegt. Europa, im Gegensatz zum weltlichen Mittel, hat eine Minderung um mehr als 9% zu verbuchen.

Die fortwährend tätigen Diakone weiten sich stark aus, sei es weltweit, sei es auf den einzelnen Kontinenten. So waren es 2001 noch 29.000, 10 Jahre später 41.000 bei einer Differenz von 40%. Für Europa und Asien stellt sich die Entwicklung lebendiger dar. So waren die europäischen Diakone 2001 noch 9.000, 2011 fast 14.000, mit einem Anstieg um mehr als 43%. In Amerika stieg die Anzahl von 19.100 im Jahr 2001 auf 26.000 im Jahr 2011. Allein diese beiden Kontinente repräsentieren 97,4% des Weltanteils, die verbleibenden 2,6% teilen sich Afrika, Asien und Ozeanien.

Die Gruppe der männlichen praktizierenden Religiösen - ausgenommen der Priester - stabilisierte sich mit wenig mehr als 55.000 2011 im letzten Jahrzehnt. In Afrika und Asien können Änderungen von +18,5% beziehungsweise +44,9% festgestellt werden. 2011 räpresentierten diese beiden Kontinente insgesamt eine Quote von mehr als 36% der Gesamtzahl (2001 waren es noch weniger als 28%). Die Gruppe bestehend aus Europa (mit Änderungen von -18%), Amerika (-3,6%) und Ozeanien (-21,9%) hingegen, hat sich um 8% im letzten Jahrzehnt verringert.

Bezüglich der weiblichen religiösen Priktizierenden kann zwischen 2001 und 2011 eine stark rückläufige Entwicklung von 10% festgestellt werden. So ist die Gesamtsumme von 792.000 im Jahr 2001 auf 713.000 im Jahr 2011 gesunken. Dieser Einbruch betrifft drei Kontinente (Europa, Amerika und Ozeanien), mit unterschiedlichen Anteilen (-22% Europa, -21% Ozeanien und -17% in Amerika). In Afrika und Asien hingegen konnte ein leichter Anstieg festgestellt werden, etwas mehr als 29% in dem einen, 18% in dem anderen Kontinent. Daraus ergibt sich, dass die Gruppe der religiösen Praktizierenden von 24,4% auf 33% anstieg, wohingegen Europa und Amerika eine Einbuße von 74% auf 66% zu verbuchen haben.

Die Anzahl der Priesteranwärter weltweit stieg von 112.244 im Jahr 2001 auf 120.616 im Jahr 2011 mit einem Aufschwung von 7,5%. Diese Entwicklung vollzog sich in den einzelnen Kontinenten sehr unterschiedlich. Während Afrika (+30,9%) und Asien (+29,4%) eine rege Entwicklung aufzuweisen haben, zeigt sich in Europa ein Anstieg um 21,7%, in Amerika um 1,9%. Daraus ergibt sich ein Personalabbau in der Gruppe der Priester auf dem europäischen Kontinent mit einer Quote von 23,1% zu 16,8% im Vergleich zu den Kontinenten Asien und Afrika.