Zahlen zu Missbräuchen

Vatikanvertreter Tomasi äußert sich bei der UNO

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 364 klicks

Am Dienstag stellte der Vatikanbotschafter, Erzbischof Silvano Tomasi, vor dem UN-Antifolterkomitee in Genf die Zahlen zu Missbräuchen im Rahmen der Erörterung eines turnusmäßigen Berichts vor. Die Zahlen und die damit verbundenen Vorwürfe des Missbrauchs umfassen einen Zeitraum von den 50er bis in die 80er Jahre und wurden der vatikanischen Glaubenskongregation innerhalb der letzten zehn Jahre gemeldet.

Derzeit liegen 3420 „glaubwürdige Beschuldigungen“ von Klerikern wegen sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen vor, so Tomasi. Die jährlich gemeldeten Fälle teilen sich wie folgt auf: 2004 waren es 713 Meldungen, 2005 waren es 184, 2006 waren es 218, 2007 waren es 216, 2008 waren es 191 und 2009 waren es 196. Ab dem Jahr 2010 stieg die Zahl der gemeldeten Fälle erheblich an: 2010 waren es 464, 2011 waren es 402, 2012 waren es 418 und 2013 waren es 401. Der Erzbischof berichtete, in dem genannten Zeitraum zwischen 2004 und 2013 seien 848 Geistliche in den Laienstand zurückversetzt worden, 2572 seien mit anderen Strafen belegt worden.

Die Entschädigungszahlungen der katholischen Diözesen und Orden an die Missbrauchsopfer beliefen sich seit 1950 auf 1,8 Milliarden Euro, so Tomasi weiter. Hinzu kämen 65 Millionen Euro für therapeutische Maßnahmen zugunsten der Opfer.

Der Vatikan stellt sich seit seinem Beitritt zur UN-Konvention gegen Folter und andere unmenschliche Behandlung 2002 zum ersten Mal einer Überprüfung durch die Vereinten Nationen in Genf.