Zehn Fragen und Antworten: Begegnung des Bischofs von Rom mit seinem Klerus

Jugendpastoral, Evangelisierung und christliche Bildung

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ROM, 7. Februar 2008 (ZENIT.org).- Am Donnerstagvormittag begegnete Benedikt XVI. im Vatikan dem Klerus der Diözese Rom. Wie es bei derartigen Gelegenheiten zu den Gepflogenheiten des Heiligen Vaters gehört, antwortete er in freier Rede auf die Fragen der Pfarrer und Kapläne. Zehn Priester stellten ihrem Bischof verschiedene Fragen, in denen immer wieder die Themen Jugendpastoral, Evangelisierung und die Herausforderung der Erziehung im Mittelpunkt standen.



Kardinalvikar Camillo Ruini richte zu dieser mittlerweile zur Tradition gehörenden Begegnung mit den Pfarrern und Kaplänen Roms das Grußwort an den Heiligen Vater. Dabei legte er die Betonung auf den menschlichen und geistlichen Reichtum, der in der Diözese vorzufinden sei.

Zum Thema kirchlicher Jugendarbeit stellte der Papst unter anderem fest, dass es heute angesichts der vorherrschenden Lebensstile für einen Jugendlichen schwierig sei, als Christ zu leben. Daher sei es von fundamentaler Bedeutung, dass sich die Priester darum bemühten zu bezeugen, dass man Gott wirklich erkennen, sein Freunde sein und alles mit ihm gemeinsam tun kann.

Benedikt XVI. verwies auch auf die Notwendigkeit der Gegenwart Gottes im Bildungswesen: Berufliche Ausbildung ohne Herzensbildung und Gegenwart Gottes sei nie ausreichend, bekräftigte er. Das Evangelium zu kennen sei Teil der allgemeinen kulturellen Bildung.

Der Papst ging dann auf die soeben begonnene Fastenzeit ein. In einer Zeit, die so sehr von Bildern und Worten angefüllt sei, hätten es alle notwendig, Raum zu schaffen für das Wort Gottes. Deshalb reiche alleiniges körperliches Fasten nicht. Das Fasten müsse auch ein „Fasten an Worten und Bildern“ sein, da der Mensch des Schweigens bedürfe, um sein Herz dem wahren Bild und dem wahren Wort zu öffnen.

In Beantwortung der Frage eines indischen Priesters, der seit einigen Jahren in Rom lebt, ging der Heilige Vater auf das Thema Evangelisierung ein. Dialog unter den Religionen heiße Achtung vor den anderen. Diese Dimension des Dialogs jedoch schließe die Verkündigung des Evangeliums nicht aus; schließlich sei es ein „Geschenk der Wahrheit“, das man nicht nur für sich selbst behalten dürfe. Mission heißt nach Worten des Papstes, den Menschen das Geschenk Gottes anzubieten, damit seine Güte sie erleuchte.

Die Christen wären Gott nicht treu, würden sie ihren Glauben unter Wahrung der Freiheit der anderen nicht weitergeben. Dialog und Mission seien keine Gegensätzen, sondern benötigten einander.

Auf eine der zehn Fragen antwortete Benedikt XVI. scherzend: „Danke für diesen Beitrag. Natürlich wissen Sie wohl, dass die Fragen so groß sind, dass wir mindestens ein Semester Theologie bräuchten, um sie zu beantworten.“

Papst Benedikt räumte bei der Begegnung mit den Priestern der Diözese Rom ein, dass heutzutage in der Kirche möglicherweise zu wenig von der Sünde gesprochen werde, genauso wenig wie vom Paradies und von der Hölle. Dies sei auch der Grund gewesen, warum er in der Enzyklika Spe salvi vom jüngsten Gericht gesprochen habe. Wer das jüngste Gericht nicht kenne, kenne nicht die Möglichkeit des Scheiterns und die Notwendigkeit der Erlösung. Wer nicht für das Paradies arbeite, arbeite auch ebenso wenig für das irdische Wohl des Menschen. Der Nationalsozialismus und Kommunismus, die die Welt nur hatten verändern wollen, hätten diese zerstört.

Abschließend betonte Benedikt XVI., dass die Diakone, von denen es in der Diözese Rom über 100 gibt, eine immer wichtigere Rolle spielten. Man müsse den Konzilsvätern dafür danken, dass der Wert des Diakonats erneuert worden sei, so der Papst. Dieses Amt verbinde den Stand der Laien mit dem priesterlichen Dienst.