Zehn Jahre Kinderhospiz Sankt Petersburg

"Wenn Sie Gott begegnen wollen, besuchen Sie das Kinderhospiz"

München, (KIN) | 279 klicks

Das erste Hospiz für todkranke Kinder in Russland feiert sein zehnjähriges Bestehen. Der orthodoxe Priester Aleksandr Tkatschenko hatte die Einrichtung 2003 in Sankt Petersburg gegründet. Während eines Besuchs in der internationalen Zentrale des Hilfswerks „Kirche in Not“ dankte er für die Unterstützung für dieses Projekt von Anfang an. „Dank Ihrer Hilfe konnten und können wir für zahlreiche Menschen sehr viel tun“, betonte er. „Wir orthodoxen und katholischen Christen sind in der Liebe zu Gott und zum Nächsten verbunden. Es ist unsere Berufung, die Liebe Christi weiterzugeben.“

Gegründet wurde das Hospiz als Antwort auf die Nöte todkranker Kinder und ihrer Familien, die in Russland bis dahin keine ausreichende Hilfe erfuhren. Tkatschenko, der in den USA eine Spezialausbildung zum Krankenhausseelsorger absolviert hatte, erkannte, dass „auch in Russland so schnell wie möglich etwas in diesem Bereich getan werden musste.“ So entstand in Kooperation mit Fachärzten und Psychologen eine Einrichtung, in der „todkranken Kinder dazu verholfen wird, bis zum Ende ein vollwertiges Leben zu führen, zu spielen und zu lernen.“ Auch Familien, die ihre kranken Kinder zu Hause betreuen, werden bei der Pflege medizinisch, psychologisch und seelsorglich unterstützt. Diese seelsorgliche Komponente sei besonders wichtig: „Wir predigen nicht am Krankenbett, aber die Menschen kommen in so einer Situation mit vielen sehr tiefen Fragen zu uns. Wir Priester versuchen, ihnen dabei zu helfen, inneren Frieden zu finden.“

Tkatschenko sagte, Priester hätten die todkranken Kinder „nicht zu belehren“, sondern könnten „von ihnen lernen“. Die Kinder hätten „eine tiefe Kenntnis von Gott“ und werden durch ihre Erfahrung mit dem Tod zu „Lehrern der Priester“. Im vergangenen Jahr habe der russisch-orthodoxe Patriarch Kirill die Einrichtung an seinem Geburtstag besucht. „Obwohl nur zehn Minuten vorgesehen waren und hochrangige Persönlichkeiten auf ihn warteten, dehnte er seinen Besuch auf zwei Stunden aus“, erzählt Tkatschenko. Anschließend sagte der Patriarch zu Journalisten: „Wenn Sie Gott begegnen wollen, gehen Sie in das Kinderhospiz.“ Auf ausdrücklichen Wunsch des Patriarchen entstehe nun auch in der Region Moskau ein Hospiz für Kinder, das ebenfalls von „Kirche in Not“ unterstützt wird.

Das Hilfswerk bittet um Spenden für die Unterstützung der pastoralen Arbeit in Russland. Online unter: www.spendenhut.de (Verwendungszweck: Russland).

Oder:

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