Zeichen der Versöhnung und des Friedens

Erzbistum Bamberg spendet Stein des Bamberger Doms für das Friedens- und Gedächtniszentrum in Auschwitz

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BAMBERG, 24. Juli 2012 (ZENIT.org/Malteser). - Das Erzbistum Bamberg wird einen Stein aus dem Süd-West Turms des Bamberger Doms für ein Denkmal in Auschwitz spenden. Der Bamberger Dompropst Weihbischof Werner Radspieler wird den Stein am Mittwoch, dem 25.07.2012 von 10:30 Uhr an den ehemaligen Stadtpräsidenten von Auschwitz, Janusz Marszalek in einem kleinen Festakt in der Sebastianikapelle im Erzbischöflichen Ordinariat  in Bamberg übergeben. Der Stein trägt ein Schild mit der Inschrift „1000 Jahre Bamberger Dom – für den Frieden“ und war ursprünglich Teil einer Säule des Südwestturms, die aufgrund von Schäden durch die Dombauhütte ausgewechselt werden musste.

„Der Stein aus dem Bamberger Dom, der dieses Jahr sein 1000 jähriges Jubiläum feiert, soll ein Zeichen der Versöhnung und des Friedens sein“, so das Anliegen der Malteser aus dem Erzbistum Bamberg, die diese Steinspende initiierten.

An diesem Festakt wird neben der stellvertretenden Diözesanleiterin des Malteser Hilfsdienstes im Erzbistum Bamberg, Hana Gräfin von Bentzel-Sturmfeder-Horneck, auch Oberstudienrektorin Dr. Christa Horn und ein Schüler des Kaiser-Heinrichs-Gymnasium Bamberg teilnehmen, der letzte Woche erst in Auschwitz gewesen war. Den Maltesern ist es wichtig, dass das hohe Engagement der Katholischen Hochschulgemeinde bei der Vermittlung der historischen Ereignisse durch die Begegnung mit der dreiköpfigen Delegation aus Auschwitz unterstützt werden kann.

Der Gedenk- und Versöhnungshügel entsteht in der Nähe des ehemaligen Konzentrationslagers Auschwitz und soll nach Angaben des ehemaligen Stadtpräsidenten Marszalek an die Opfer des Nationalsozialismus und die Opfer aller Kriege erinnern. Stein um Stein wachse in Auschwitz dieser Gedenk- und Versöhnungshügel gegen das Vergessen und für den Frieden. Für den Gedenkhügel werden Steine aus aller Welt gesammelt. Die Idee zu der Gedenkstätte hatte der Schauspieler Jozef Szajna (1922-2008), der selbst vier Jahre in Auschwitz war. Der Hügel soll 35 Meter hoch werden und einmal einen Durchmesser von 120 Metern haben. In seinem Innern werden die Steine aus aller Welt ausgestellt. Durchgeführt wird das Projekt vom „Christlichen Verein von Auschwitz“.

Den Kontakt zwischen den Initiatoren und dem Erzbistum Bamberg hatte der Malteser Hilfsdienst im Erzbistum Bamberg hergestellt. „Viele Malteser haben seit langem gute Kontakte nach Polen, so dass das eine Ehrensache für uns ist dieses Anliegen zu unterstützen“, so Markus Johannes Nietert von der Diözesangeschäftsstelle.

Marszalek freut sich sehr auf die Begegnung mit Weihbischof Radspieler, bedankt sich schon im Voraus für den historischen Stein und lädt alle Bamberger herzlich ein, sich das Denkmal anzuschauen, wenn es fertig gestellt ist.. „Die Menschen sollen lernen aus der Geschichte. Es darf niemals mehr ein Auschwitz geben, nirgendwo“, erklärte er die Ziele des Denkmals. Das Denkmal und die Steine darin – darunter Steine von den Pyramiden, der Klagemauer in Jerusalem und Hiroshima – sollen helfen, jungen Menschen bewusst zu machen, was damals geschehen ist.