Zeichen Gottes in der Kirche sind Friede und Freude, nicht die Organisation

Predigt des Papstes in Santa Marta

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 416 klicks

Nicht die perfekte Organisation und Programmierung, sondern Friede und Freude seien die Zeichen für die Anwesenheit Gottes in der Kirche, so die Worte von Papst Franziskus während der heutigen Messe in Santa Marta.

Die Jünger seien begeistert gewesen, hätten Pläne für die Zukunft der Organisation der wachsenden Kirche gemacht und darüber diskutiert, wer der Größte sei. Sie hätten verhindert, anderen, die nicht zu ihrer Gruppe gehörten, das Gute im Namen Jesu zu vollbringen. Aber Jesus, so der Pontifex, habe sie überrascht, indem er das Augenmerk von der Diskussion über die Organisation auf die Kinder gelenkt habe. Er habe gesagt, wer der Kleinste sei, sei groß. So spreche die Lesung des Propheten Sacharja 8,1-8 von den Zeichen der Präsenz Gottes: Die Älteren, die auf den Plätzen sitzten, und den Kindern, die dort spielten. Das Risiko bestehe darin, die Älteren und die Kinder beiseite zu schieben.

„Die Zukunft eines Volkes liegt hier, in den älteren Menschen und den Kindern. Ein Volk, das sich nicht um seine Älteren und seine Kinder kümmert, hat keine Zukunft, denn es hat keine Erinnerung und kein Versprechen. Die Älteren und die Kinder sind die Zukunft eines jeden Volkes! Wie verbreitet ist es, sie beiseite zu schieben? Die Kinder werden mit einer Süßigkeit beruhigt, mit einem Spiel. Und die Älteren lässt man nicht zu Wort kommen, man hört nicht auf sie.“

Die Jünger hätten Jesus nicht gleich verstanden, so der Pontifex weiter.

„Die Jünger wollten Effizienz, sie wollten, dass die Kirche ohne Probleme weitergeht, und das kann für die Kirche zu einer Versuchung werden: Die Kirche des Funktionalismus! Die gut organisierte Kirche! Alles an seinem Platz, aber ohne Erinnerung und ohne Verheißung! So eine Kirche hat keine Zukunft: Es wird eine Kirche des Machtkampfes sein, eine Kirche der Eifersüchteleien, zwischen den Getauften und anderer Dinge mehr, die auftauchen, wenn es keine Erinnerung und keine Verheißung gibt.“

Papst Franziskus führte fort, die Lebendigkeit der Kirche hänge nicht von Dokumenten und Sitzungen ab, in denen man plane, die Dinge funktionieren zu lassen: Das seien notwendige Dinge, die aber nicht die Präsenz Gottes wiederspiegelten.

„Der Herr sagt, das Zeichen für die Präsenz Gottes sei folgendes: ‚Die Alten werden auf den Plätzen Jerusalems sitzen, jeder einen Stock in der Hand für ihre Langlebigkeit. Und die Plätze der Stadt werden von spielenden Kindern wimmeln.‘ Das Spiel lässt uns an die Freude denken: die Freude des Herrn. Und diese Alten, mit dem Stock in der Hand, friedlich, lassen uns an den Frieden denken. Friede und Freude: das möge das Antlitz der Kirche sein!“