"Zeit des Mitfühlens"

Botschaft vom Erzbischof von Singapur, Msgr. William Goh, zur Fastenzeit

Rom, (Fides) | 260 klicks

„Die Fastenzeit lehrt uns, wie wir die Liebe und die Barmherzigkeit Christi umsetzen können. Während seines irdischen Lebens hat Jesus nichts anderes getan, als die Liebe Gottes zu Bedürftigen, Kranken und Aussätzigen zu zeigen. Seine Barmherzigkeit gipfelte schließlich am Kreuz, als er seinen Feinden verzieh und sein Leben hingab“, so Erzbischof William Goh in seiner Botschaft für die Fastenzeit. „Wir müssen uns vom Leid unserer Mitmenschen, der Ausgegrenzten und aller, die am Rande der Gesellschaft leben, berühren lassen“, so der Erzbischof in seinem Hirtenbrief, „Der Herr möge in euch die Liebe füreinander wachsen lassen“.

„Die Fastenzeit ist eine Zeit der Umkehr der Herzen“, so der Erzbischof weiter, „Unsere innere Erneuerung lässt uns das Geheimnis der unendlichen Liebe des Vaters zu uns erfahren: Er möchte mit uns eins sein. Dieser Wunsch Gottes nach Nähe zu uns kommt durch seine Menschwerdung an Weihnachten zum Ausdruck und wird durch das Ostergeheimnis vollendet“. 

„In Christus“, heißt es in der Botschaft, „hat sich die Liebe Gottes offenbart. Es ist die Liebe in ihrer äußersten Form. Gott hat sein Mitgefühl für die Menschen durch die Menschwerdung Christi offenbart. Dadurch sind wir alle zu Brüdern und Schwestern in Christus geworden. Unsere Liebe zu Gott kann deshalb nicht von der Liebe zu den Mitmenschen getrennt werden“.

„Durch unsere Sendung als getaufte Christen sind auch wir zu Händen und Füßen Christi in der heutigen Welt geworden. Wenn wir unser Mitgefühl auf andere ausdehnen, dann gewinnt unsere Menschheit an Fülle. Es ist also die Zeit gekommen, dass die Kirche wieder eine Kirche der Barmherzigkeit und des Mitgefühls werde: das Sakrament des göttlichen Erbarmens und des christlichen Mitgefühls“.

„Ich bete dafür, dass die Fastenzeit zu einer wahren Umkehr der Herzen und des Denkens führen wird. Die Liebe und die Zärtlichkeit Christi möge uns mit Mitgefühl und Liebe erfüllen, damit wir sichtbares Zeichen seiner Liebe und seiner Barmherzigkeit in der Welt werden, die eine göttliche Berührung so dringend braucht.“ (PA)

(Quelle: Fides 7/3/2014)