„Ziel oder Zufall?“ – neues Buch von Christoph Kardinal Schönborn über Schöpfung und Evolution

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WIEN/FREIBURG, 26. März 2007 (ZENIT.org).- In seinem neuen, beim Herder-Verlag erschienenen Buch „Ziel oder Zufall? Schöpfung und Evolution aus der Sicht eines vernünftigen Glaubens“, das ab heute im Buchhandel erhältlich ist, geht der Wiener Erzbischof Christoph Kardinal Schönborn auf die Frage der Vereinbarkeit des Glaubens und der Wissenschaft ein und setzt sich intensiv mit dem Thema „Schöpfung und Evolution“ auseinander.



Der Vorsitzende der Österreichischen Bischofskonferenz greift dabei auf die Vorträge zurück, die er im Rahmen der Katechesen-Reihe im Lauf des Arbeitsjahres 2005/2006 im Wiener Stephansdom gehalten hat. Am kommenden Freitag wird der sein Buch von 15.00 - 16.00 Uhr in der Wiener Dombuchhandlung am Stephansplatz signieren.

Der Wiener Theologe Hubert Philipp Weber, der als Herausgeber fungierte, führt in seinem Vorwort in die Thematik ein: „Stehen die Antworten des Glaubens und der Wissenschaft in Konkurrenz zueinander? Oder ist ein Miteinander möglich, wo jeder der beiden Zugänge zur Wirklichkeit sein Recht behält?“ Kardinal Schönborn unterscheide wiederholt zwischen einer „naturwissenschaftlichen Beschäftigung mit der Evolution des Lebens“ und einer „ideologischen Sicht, die von der Evolutionstheorie ausgehend versucht, die Welt insgesamt zu verstehen“. Diese Sicht bezeichne der Autor als „Evolutionismus“, von dem er sich klar abgrenze.

In seinem Schlusswort appelliert Kardinal Schönborn, angesichts der Wunder der Natur „staunende Dankbarkeit, Anbetung und Lobpreis“ wachsen zu lassen. „‚Mein Gott, wie groß bist du!’ (Ps 104,1). Nie soll dieses Staunen im Herzen ersterben. Alles Wissen, das ich im Lauf der Jahre erwerben konnte, auch wenn es nur Bruchteile von Bruchteilen des Wissbaren sind, hat mich nur tiefer ins Staunen geführt, auch all das, was aus der exakten Evolutionsforschung zu erfahren ist.“

Die „Darwinsleiter“ erkläre uns nicht, „wie der Schöpfer sein Werk gemacht hat, erhält und leitet. Sie sagt uns aber mit absoluter Gewissheit, gewisser als alle naturwissenschaftlichen Theorien, dass es Sein Wort, der Logos, Christus ist, durch den und auf den hin alles geschaffen ist, und dass Sein Geist, der schon am Anfang über den Wassern schwebte (Gen 1,2), der die Liebe ist, alles Geschaffene durchwebt und ihm Sinn und Ziel gibt.“

Ein Wort von Benedikt XVI. ist dem neuen Buch von Kardinal Schönborn vorangestellt: „Das christliche Bild der Welt ist, dass die Welt in einem sehr komplizierten Evolutionsprozess entstanden ist, dass sie aber im tiefsten eben doch aus dem Logos kommt. Sie trägt insofern Vernunft in sich.“