Zimbabwe: Deutsche Bischöfe bitten um Gebet und Solidarität

Kardinal Lehmann schreibt dem Erzbischof von Harare

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FULDA, 29. September 2007 (ZENIT.org).- Wir veröffentlichen den Brief, den der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Karl Kardinal Lehmann, am 26. September dem Vorsitzenden der Bischofskonferenz von Zimbabwe, Erzbischof Robert C. Ndlovu (Harare), zukommen ließ.



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Exzellenz!
Lieber Mitbruder!

Mit großer Anteilnahme verfolgen die deutschen Bischöfe, die sich in diesen Tagen zu ihrer Herbst-Vollversammlung in Fulda zusammengefunden haben, die Entwicklungen in Ihrem Heimatland Zimbabwe. Die immer weiter voranschreitende Verelendung der Bevölkerung einer einst aufstrebenden Nation besorgt uns zutiefst.

Die Gründe dieser Misere sind weithin bekannt. Sie selbst haben immer wieder mit deutlichen Worten das Verhalten einer kleinen Elite kritisiert, die sich auf Kosten des Volkes bereichert, und die Verantwortung der Regierung für die Missstände zur Sprache gebracht. Die tief greifende wirtschaftliche und politische Krise Ihres Landes vertieft sich immer mehr. Öffentliche Kritik wird mit geheimdienstlichen und polizeistaatlichen Methoden unterdrückt.

In diesem Zusammenhang haben wir mit großer Bestürzung erfahren müssen, dass auch die Kirche und ihre Hirten vor dem Angriff staatlicher Stellen nicht geschützt sind. Die skandalöse Vorgehensweise gegen Erzbischof Ncube von Bulawayo hat dies erschreckend vor Augen geführt. Eine Regierung, die ihre Macht nur noch durch vollkommen inakzeptable Machenschaften behaupten kann, verspielt jedwede moralische Autorität.

Die deutschen Bischöfe erneuern daher ihre Unterstützung für die Forderung der Zimbabwischen Bischofskonferenz nach einem Ende der Gewalt und dem Aufbau von Rechtsstaatlichkeit und echter Demokratie. Wir teilen Ihr „klares, unmissverständliches Nein zu Gewaltherrschaft, Unterdrückung und Einschüchterung.“, wie Sie es im Hirtenbrief der Bischöfe von Zimbabwe „Gott hört den Schrei der Unterdrückten“ („God hears the cry of the oppressed“) so nachdrücklich zum Ausdruck gebracht haben. Der Willkür muss endlich ein Ende gemacht werden.

In dieser für die Kirche und Ihr Land so schwierigen Zeit möchte ich Ihnen erneut die Solidarität der Deutschen Bischofskonferenz und der Katholiken in unserem Land versichern. Über die kirchlichen Hilfswerke in Deutschland werden wir auch weiterhin unseren Beitrag dazu leisten, Not und Ungerechtigkeit zu überwinden. Den Gläubigen in Zimbabwe und ihren Hirten, aber auch dem ganzen leidenden Volk sind wir im Gebet tief verbunden.

In der Liebe Christi
Ihr

Karl Kardinal Lehmann

[Von der Pressestelle der Deutschen Bischofskonferenz veröffentlichtes Original]