Zu viele Abtreibungen aus Hilflosigkeit

Pro Femina e.V. will die Beratung und Hilfe für ungewollt Schwangere bundesweit ausbauen

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DRESDEN, 13. Januar 2011 (ZENIT.org).- Mit dem Projekt 1000plus will Pro Femina e.V. die Beratung und Hilfe für Schwangere bundesweit ausbauen und vernetzen. Der erste konkrete Schritt soll in Sachsen erfolgen. Neben Heidelberg wird nun Dresden der zweite Beratungsstandort von Pro Femina. Am 29. Januar findet hier vor Ort ein 1000plus-TAG statt, um umfassend über die Not der Frauen und die notwendige Beratung zu informieren.

Die Erarbeitung von echten Alternativen zur Abtreibung ist das zentrale Anliegen der Beratungstätigkeit von Pro Femina. Auf dem Fundament eines unbedingten Ja zum Leben soll das gemeinsame Erarbeiten solcher Alternativen eine echte, positive Entscheidungsfreiheit für die Schwangere möglich machen. Pro Femina sowie alle mit dem Verein kooperierenden Beratungspartner stellen daher keine so genannten "Beratungsscheine" aus.

„Es gibt immer noch viel zu viele Frauen, die abtreiben, obwohl sie es gar nicht wollen. Der Grund dafür ist meist, dass sie für einen Weg mit dem Kind keine Unterstützung finden. Immer mehr Schwangere informieren sich vor einer Abtreibung im Internet, suchen hier Rat und Hilfe und kommen so auf uns", erklärt die Projektleiterin für Sachsen Barbara Witzgall. „Der erste persönliche Kontakt findet dann in der Regel per E-Mail oder am Telefon statt." Pro Femina hat sich daher auf die Beratung per Internet und am Telefon spezialisiert. Bislang gibt es nur ein deutschlandweit verstreutes Team von Online-Beraterinnen und mehrere Telefonberaterinnen, die von Heidelberg aus für Pro Femina arbeiten.

Aus dieser Telefonberatung ergibt sich auch immer wieder ein Beratungsgespräch vor Ort. „Wir möchten daher die Arbeit stärker dezentralisieren, um ganz nah bei der Schwangeren sein zu können", begründet Kristijan Aufiero, der das Projekt 1000plus konzipiert hat und leitet. „Deshalb suchen wir in ganz Deutschland Beratungsstellen, die mit uns zusammenarbeiten wollen, oder Möglichkeiten, eigene Zweigstellen zu gründen. Nur gemeinsam können wir es schaffen, dass die Frau bei uns nebenan nicht mehr gegen ihren Willen abtreiben muss." Absolut gesehen werden in Sachsen immer weniger Schwangerschaftsabbrüche vorgenommen. Dies ist allerdings darauf zurückzuführen, dass es seit Jahrzehnten immer weniger Frauen im so genannten gebärfähigen Alter (zwischen 15 und 45 Jahre) gibt. Gleichzeitig steigt seit 2003 der Anteil der Frauen kontinuierlich an, die sich nicht für das Kind entscheiden können, das sie bereits erwarten (vgl.http://www.statistik.sachsen.de/html/10217.htm).

Mit dem 2009 gegründeten Projekt 1000plus reagiert Pro Femina auf die massiv gestiegene Nachfrage von ungewollt Schwangeren. Seit einigen Jahren ist der Verein verstärkt im Internet tätig. Im vergangenen Jahr erreichten daher zehn Mal so viele Anrufe die Beratungshotline wie noch vor vier Jahren, und zwar aus der ganzen Bundesrepublik. Die eigenen Kapazitäten sind darum bereits voll ausgelastet. Mit dem Projekt 1000plus will Pro Femina gemeinsam mit anderen Beratungsstellen ein deutschlandweites Netzwerk aufbauen, das 1000 und mehr Schwangeren im Jahr helfen kann.