„Zuerst verstehen – dann helfen“: Missio startet österreichweite Bildungsoffensive

Menschen für die Arbeit der Kirche in den Ländern des Südens begeistern

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WIEN, 30. August 2008 (ZENIT.org). Die Päpstlichen Missionswerke in Österreich, kurz Missio genannt, starten in diesen Tagen eine österreichweite Bildungsoffensive: Interessierte aller Semester sind angesprochen und herzlich eingeladen, ihren Horizont über die Länder des Südens zu erweitern, heißt es in einer entsprechenden Ankündigung. Mit Vorträgen und Veranstaltungen soll auf die Lebenssituation der Menschen und die Arbeit der Kirche in der so genannten „Dritten Welt“ aufmerksam gemacht werden.



Monsignore Dr. Leo-M. Maasburg, Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke und langjähriger Begleiter von Mutter Teresa, bringt das Anliegen der neuen Initiative mit den Worten „Zuerst verstehen – dann helfen!“ auf den Punkt. Richtig helfen ist nach seinen Worten nur dann möglich, wenn genügend Informationen über Nöte und Bedürfnisse sowie das kulturelle und politische Umfeld der Hilfesuchenden vorhanden sind. Gerade mit Blick auf den Weltmissionssonntag am 19. Oktober 2008 sei es Missio ein Anliegen, möglichst viele Menschen für die Arbeit der Kirche in den Ländern des Südens zu begeistern.

Islam in Europa
Den Auftakt macht Prof. Dr. Christian W. Troll SJ, Honorarprofessor für Islam und christlich-islamische Begegnungen an der Philosophisch-Theologischen Hochschule SJ in Sankt Georgen (Frankfurt/Main) am 4. September 2008. Der Islamexperte wird in seinem Vortrag aktuelle Entwicklungen im Zusammenhang mit der mittlerweile zweitgrößten Religion in Europa beantworten.

Der Islam hat alleine in den Ländern der Europäischen Union 15 Millionen Anhänger. Welche Konsequenzen ergeben sich für die Christen aus dieser Konstellation? Wie betrifft die Präsenz der Muslime die Europäer in ihrer Eigenschaft als „alteingesessene“ Bürger Europas? Diese und weitere existentielle Fragen sollen in diesem Vortrag aufgeworfen und ein Stück weit beantwortet werden.

Kolumbien in Österreich
In der zweiten Hälfte des Septembers und während des gesamten Oktobers gibt das diesjährige Missio-Beispielland zum Monat der Weltmission den Ton an: Kolumbien. Als Vortragende konnten die in Kolumbien tätige österreichische Missionarin Margaretha Moises und die 25-jährige kolumbianische Kindergartenpädagogin Samira Sanmartin gewonnen werden. Neben zahlreichen Schul- und Pfarrbesuchen werden sie auch österreichweit öffentliche Auftritte absolvieren und von ihren Erfahrungen mit dem kolumbianischen Alltag berichten.

Margaretha Moises stammt aus Bad Hofgastein und ist 1953 nach Kolumbien aufgebrochen, wo auch ihre Schwester Herlinde Moises tätig war. Nach dem Studium der Theologie und Erziehungswissenschaften widmete sie sich ganz den Kindern in Bogotá, um ihnen durch Ausbildung eine Zukunft zu ermöglichen.

Samira Sanmartin Arteaga wurde 1982 in Cartagena geboren. Heute leitet die Kindergartenpädagogin den kleinen Kindergarten „Madre Herlinde Moises“ am Dorfrand von Pasacaballos und das dazugehörende Schulkantine. In ihrer Freizeit leitet sie zwei Gruppen „Infancia Misionera“ des Kindermissionswerkes. Gemeinsam kämpfen sie gegen das Elend der unzähligen Binnenflüchtlinge, die von der FARC-Guerilla und anderen paramilitärischen Einheiten aus ihren Dörfern vertrieben werden.

Margaretha Moises und Samira Sanmartin Arteaga aus Kolumbien stehen in der Zeit vom 24. September bis 19. Oktober für Besuche in Schulen und Gemeinden zur Verfügung. Anfragen zu den Vortragenden richten Sie bitte an: Stefan Lobnig, Tel.: (+43) 1 / 513 77 22 DW 29, Mail: bildung@missio.at. Die Termine der einzelnen Vorträgen finden Sie im unter http://www.missio.at/missio-informiert/beispielland/gaeste-aus-kolumbien.html.