Zuhören, Gehen und Missionieren

Ansprache von Papst Franziskus in der Kathedrale San Rufino

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 436 klicks

Papst Franziskus begab sich um 15.15 Uhr zur Kathedrale San Rufino, wo er dem Klerus, Männern und Frauen des geweihten Lebens und Mitgliedern des Pastoralräte der Gemeinde begegnete. Nach den einführenden Worten von Msgr. Domenico Sorrentino hielt der Papst eine Ansprache.

Zu Beginn seiner Ansprache hob der papst die Bedeutung der Taufe hervor. Er bezog sich direkt auf das Taufbecken in der Kathedrale, in dem der heilige Franziskus und die heilige Chiara getauft wurden. „Die Taufe ist unsere Geburt als Kinder der Mutter Kirche“, so Papst Franziskus. Der Bischof sei Hüter der durch die Taufe entstehenden Gemeinschaft und ihrer Harmonie. Deshalb begrüßte Papst Franziskus, dass die päpstlichen, von Franziskanern betreuten Basiliken den von Benedikt XVI. beschrittenen Weg fortsetzten und die pastoralen Aktivitäten in die der Diözese integriert würden.

Anschließend fasste Papst Franziskus kurz einige Aspekte des Lebens in der Gemeinschaft zusammen. Als ersten Punkt sprach der Papst das Zuhören an. Die Gemeinschaft höre im Glauben und mit Liebe dem Herrn zu. Das Wort berühre das Herz, bekehre und erneuere kontinuierlich unsere Gemeinschaften. Alle müssten bessere Zuhörer des Wortes Gottes werden, reicher an seinen Worten werden. Es reiche nicht, die Bibel zu lesen, man müsse auch Jesus zuhören, der darin spreche.

Als zweiten Punkt behandelte der Papst den Aspekt des Gehens. Es sei eine seiner bevorzugten Vokabeln, die er benutze, wenn er vom Christentum und der Kirche spreche. Für die Anwesenden sei der Aspekt von besondere Bedeutung, da eine Synode bevorstehe. Es die schönste Erfahrung zu wissen, dass man Teil eines Weges in der Geschichte sei, den man in der Gemeinschaft mit den anderen beschreite. Dabei unterstütze man sich gegenseitig und stehe sich bei, arbeite gemeinsam, erkenne eigene Fehler und entschuldige sich, nehme die Entschuldigung des anderen an und vergebe. Man wachse zu einer Familie zusammen.

Im dritten und letzten Punkt seiner Ansprache ging Papst Franziskus auf die Mission ein, die sich bis auf die Peripherien erstrecken müsse. Der Papst erzählte aus der Zeit, als er in Buenos Aires hinaus auf die Straßen gegangen sei, um den Menschen in ihrem Alltag zu begegnen. Jeder müsse sich die Frage stellen, wo sich die Peripherie seiner Diözese befinde. Keiner dürfe sich durch Vorurteile, Gewohnheiten oder mangelnde Flexibilität davon abhalten lassen. Man erreiche die Peripherie nur mit dem Wort Gottes im Herzen, so wie es der heilige Franziskus getan habe. Er könne den Anwesenden kein „Rezept“ anbieten, aber er habe „schöne und wichtige Aspekte“ auf ihrem Weg entdeckt.

Im Anschluss an die Begegnung begab sich der Papst zur Basilika Santa Chiara.