Zulassung der Präimplantationsdiagnostik führt auf eine schiefe Bahn

Besorgnis der Bioethik-Kommission der Schweizer Bischofskonferenz

Freiburg i. Ü., (SBK PM) | 395 klicks

Wer darf im Medizinlabor ungeborenes Leben sortieren, selektieren und eliminieren? Mit Besorgnis reagiert die Bioethik-Kommission der Schweizer Bischofskonferenz auf die Entscheidung der Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur des Ständerats (WBK-S), auf die bundesrätliche Vorlage zur Zulassung der Präimplantationsdiagnostik (PDI) einzutreten.

Die WBK-S stimmt nicht nur der vom Bundesrat vorgeschlagenen Richtung zu, sondern möchte gar die Einschränkungen, die dieser machen will, noch weiter fassen. Die Herangehensweise nach dem puren Nützlichkeitsprinzip sorgt für eine schiefe Bahn: Wenn man für die Aufweichung der Einschränkungen plädiert, werden unvermeidlich weitere Ausweitungen folgen. Für den Eintritt in das Zeitalter eugenischer Praktiken wird die Türe weit geöffnet: Die PID fällt in den Bereich der Eugenik, wie der Bundesrat selbst in seiner Botschaft explizit festhält.

Wir denken, dass – anders als man glauben machen möchte – wir uns hier nicht auf einem Feld des Fortschritts bewegen, sondern auf jenem der Dekonstruktion des "Miteinander Lebens". Eine Gesellschaft wird nicht besser, indem man dazu ermächtigt, die einen zu selektionieren, die man als die "Tüchtigen" erachtet und die anderen zu eliminieren. Eine Gesellschaft ist dann im echten Sinn human, wenn sie sich, gegen Leiden und Krankheit kämpfend, fähig zeigt, jeden Menschen in seiner Würde anzunehmen und den kleinsten und verletzlichsten Menschenkindern Platz zu verschaffen. Gestützt auf dieses humanistische und evangelische Prinzip wird die katholische Kirche es immer ablehnen, das Sortieren, Selektionieren und Eliminieren menschlicher Wesen als Fortschritt zu betrachten. Sie tritt im Gegenteil dafür ein, die Technik in die Richtung von innovativen Lösungen zu orientieren, welche das ganze menschliche Leben respektieren.