Zum Christentum konvertierte Iranerin als Flüchtling anerkannt

Beweisaufnahme belegt Glaubenswechsel

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ROM, 31. Oktober 2012 (ZENIT.org). ‑ Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge hat einer Iranerin, die zum Christentum konvertiert war, den Status als Flüchtling zuerkannt, nachdem bewiesen wurde, dass der Glaubenswechsel ernst gemeint und nicht vorgeschoben war, wie aus einer Mitteilung des Verwaltungsgerichts Göttingen hervorgeht.

Im zugrunde liegenden Fall hatte die Iranerin, nachdem ein erstes Asylverfahren für sie erfolglos geblieben war, in einem weiteren Verfahren die Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft (kleines Asyl) mit der Begründung beantragt, sie sei vom Islam zum Christentum konvertiert; deshalb drohe ihr im Falle einer Rückkehr in den Iran der Tod. Dieser Antrag war vom Bundesamt zunächst zurückgewiesen worden. Zwar drohe bei „Apostasie“ bei einer Rückkehr in den Iran Lebensgefahr, der von der Klägerin vorgetragene Glaubenswechsel sei jedoch vorgeschoben, um in Deutschland bleiben zu können.

Eine dagegen angestrengte Klage hatte nunmehr Erfolg, und das Verfahren endete ohne Urteil unstreitig.

Nach einer Beweisaufnahme in einer mündlichen Verhandlung, in der Familienmitglieder und der Gemeindeseelsorger befragt wurden, kam das Verwaltungsgericht Göttingen zu dem Ergebnis, dass es sich um einen ernsthaften und nicht allein aufenthaltsrechtlich motivierten Glaubenswechsel handle.

Davon wurde das Bundesamt unterrichtet und gebeten, seine Rechtsauffassung zu überprüfen. Das Bundesamt hat daraufhin der Klägerin unter Abänderung des angegriffenen Ursprungsbescheides die Flüchtlingseigenschaft zuerkannt. [jb]