Zum ersten Mal sollen die Reliquien des Apostels Petrus ausgestellt werden

Ein krönender Abschluss für das Jahr des Glaubens

Vatikanstadt, (ZENIT.org) Rocío Lancho García | 350 klicks

Das Jahr des Glaubens hat der Stadt Rom unvergessliche Augenblicke geschenkt, darunter auch die zahlreichen Pilgerfahrten zum Grab des Apostels Petrus und die vielen Veranstaltungen zu Kunst und Kultur.

In diesem Zusammenhang und als krönender Abschluss wird ein Ereignis stattfinden, das nicht nur unvergesslich, sondern auch einzigartig ist: Die erstmalige Präsentation der Reliquien, die die Tradition dem Apostel zuschreibt, der sein Leben für den Herrn hingab. Auf diesem Weg werde der Glaube Petri „ein weiteres Mal bestätigen, dass die Tür zu einer Begegnung mit Christus immer offen steht und nur darauf wartet, dass wir mit derselben Begeisterung durch sie hindurchgehen, wie die ersten Gläubigen.“ Mit diesen Worten kommentierte Msgr. Rino Fisichella, Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Neuevangelisierung, das bevorstehende Ereignis in einem im „Osservatore Romano“ veröffentlichten Artikel.

Unter Papst Pius XII. fand 1939 eine Ausgrabung in der Krypta des Petersdomes statt, die zur Entdeckung einer auf das 2. bis 3. Jahrhundert datierbaren Nekropole führte. In der Tradition war schon seit langem überliefert, dass unter dem Baldachin des Bernini ein antiker Friedhof liege, der auch das Grab des Apostels Petrus berge. Jedoch gab es darüber keine Gewissheit. Erst im Zuge der von Pius XII. veranlassten Ausgrabungen entdeckte man die besagte Nekropole. Etwa zehn Jahre später, im Jahr 1950, gab die Entdeckung einer griechischen Inschrift, deren Übersetzung lautete: „Petrus ist hier“, dem Papst Anlass, der Welt die Entdeckung des Grabes des Apostels Petrus zu verkünden.

Nach Abschluss der Ausgrabungen im Jahr 1952 machte sich die Archäologin Margherita Guarducci, eine Expertin für griechische Inschriften, an die Auswertung aller aufgefundenen Graffiti. Eine Inschrift auf einem Mauerrest in der Nähe dieses Grabes übersetzte sie als „Petrus, bete für uns Christen, die wir neben deinem Leib begraben sind.“ Beim Nachgraben fand man eine Nische mit Knochenresten.

Eine Analyse dieser Knochenreste, die ein Team unter der Leitung des Anthropologen Venerando Correnti von der Universität Palermo durchführte, kam zu folgendem Ergebnis: „Die Knochen sind rötlich verfärbt, und diese Färbung stammt von einem golddurchwirkten purpurnen Tuch, in das sie eingewickelt wurden. Reste der Goldfäden sind ebenfalls erhalten. Das führt zur Annahme, dass die Knochen einer bedeutenden Person zugeschrieben wurden, deren Reliquien man Verehrung entgegenbrachte. Möglicherweise wurden die Knochen dem ursprünglichen Grab entnommen, um in der Nische geschützt und sicher aufbewahrt zu werden; tatsächlich blieb die Nische seit Konstantins Zeiten bis zur Ausgrabung unberührt. Alle Knochen sind einem selben Individuum zuzuschreiben, einem kräftig gebauten Menschen männlichen Geschlechts, der im ersten Jahrhundert lebte und in relativ hohem Alter verstarb, möglicherweise mit etwa 70.“ Das war der Moment, als Papst Paul VI. der Welt verkündete, man habe die Reliquien des Apostels Petrus wiedergefunden.

Das Jahr des Glaubens nähert sich seinem Abschluss, denn am Sonntag, dem 24. November, wird der Heilige Vater dieses Gnadenjahr als beendet erklären. An jenem Tag, dem Christkönigsfest, wird auf dem Petersplatz eine Abschlussmesse gefeiert werden. Zwei wichtige Veranstaltungen werden vorher noch stattfinden: Der Tag des kontemplativen Lebens (21. November) und das Treffen der Katechumenen (23. November).

Man rechnet, dass bis zum heutigen Zeitpunkt etwa 8.086.933 Pilger im Laufe dieses Jahrs des Glaubens Rom besucht haben. Das Jahr des Glaubens wurde von Papst Benedikt XVI. mit dem Apostolischen Schreiben „Porta fidei“ vom 11. Oktober 2011 ausgerufen und begann am 11. Oktober 2012, dem 50. Jahrestag der Eröffnung des Zweiten Vatikanischen Konzils.