"Zum Unternehmer berufen!"

Eine Tagung des BKU im April

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 280 klicks

Der Bund Katholischer Unternehmer e.V. (BKU) wird am 4. und 5. April in Speyer eine Frühjahrstagung mit dem Thema „Zum Unternehmer berufen!“, gleichzeitig Jahresthema des BKU, veranstalten. Während der Tagung wird das Apostolische Schreiben von Papst Franziskus „Evangelii Gaudium“ vor dem Hintergrund des vom Päpstlichen Rat für Gerechtigkeit und Frieden verfassten Schreibens „Zum Unternehmer berufen“ diskutiert werden. Außerdem sind als weitere Programmpunkte die Vorstellung der Umfrageergebnisse des BKU und der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt zum Thema „Christliche Werte und Führungskultur“ und die Aufgaben des Unternehmers vorgesehen.

Papst Franziskus hatte sich in seinem Schreiben kritisch mit der „Vergötterung des Geldes“, der Wirtschaftspolitik und -ethik auseinandergesetzt. „Die Ethik – eine nicht ideologisierte Ethik – erlaubt, ein Gleichgewicht und eine menschlichere Gesellschaftsordnung zu schaffen. In diesem Sinn rufe ich die Finanzexperten und die Regierenden der verschiedenen Länder auf, die Worte eines Weisen des Altertums zu bedenken: ‚Die eigenen Güter nicht mit den Armen zu teilen bedeutet, diese zu bestehlen und ihnen das Leben zu entziehen. Die Güter, die wir besitzen, gehören nicht uns, sondern ihnen‘“, so der Papst.

Klar hatte sich der Papst gegen zügellosen Konsum und soziale Ungerechtigkeit ausgesprochen: „Die Mechanismen der heutigen Wirtschaft fördern eine Anheizung des Konsums, aber es stellt sich heraus, dass der zügellose Konsum gepaart mit sozialer Ungleichheit das soziale Gefüge doppelt schädigt. Auf diese Weise erzeugt die soziale Ungleichheit früher oder später Gewalt; ein Problem, das der Rüstungswettlauf nicht löst, noch jemals lösen wird. Er dient nur dem Versuch, diejenigen zu täuschen, die größere Sicherheit fordern, als wüssten wir nicht, dass Waffen und gewaltsame Unterdrückung, anstatt Lösungen herbeizuführen, neue und schlimmere Konflikte schaffen. Einige finden schlicht Gefallen daran, die Armen und die armen Länder mit ungebührlichen Verallgemeinerungen der eigenen Übel zu beschuldigen und sich einzubilden, die Lösung in einer ‚Erziehung‘ zu finden, die sie beruhigt und in gezähmte, harmlose Wesen verwandelt. Das wird noch anstößiger, wenn die Ausgeschlossenen jenen gesellschaftlichen Krebs wachsen sehen, der die in vielen Ländern – in den Regierungen, im Unternehmertum und in den Institutionen – tief verwurzelte Korruption ist, unabhängig von der politischen Ideologie der Regierenden.“

Marie Luise Dött, MdB und Vorsitzende des BKU, äußerte über das Selbstverständnis katholischer Unternehmer und ihre Unternehmenspraxis in einem Interview vom 17. Oktober 2013 gegenüber der TAGESPOST: „Wir leben in einer christlich geprägten Gesellschaft und der Mensch ist nicht ungebunden. Gerade im Unternehmertum muss man ja Entscheidungen treffen und bestimmen. Wir wollen klar machen, dass wir Entscheidungen immer auch in Verantwortung vor Gott und den Menschen fällen müssen. Es ist wichtig, dass wir uns immer wieder selbst vergewissern und uns nicht als kleine Könige darstellen. Das betrifft auch die zwischenmenschlichen Beziehungen. Es muss entschieden werden zum Wohle aller. Es tut gut, wenn man sich mit anderen, die ähnlich eingestellt sind, darüber austauscht.“

Der BKU geht auf einen Zusammenschluss katholischer Unternehmer im Jahr 1948 zurück. Zielsetzung war es, „aus der Sicht der katholischen Soziallehre an dem Bau einer neuen Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung mithelfen zu wollen.“ Das in der Gründungsversammlung am 29. März 1949 festgelegte Grundverständnis des BKU hat bis heute Bestand: „Der Bund sollte kein Interessentenverband sein. Er sollte langfristig strategisch wirken und von erarbeiteten Positionen aus dem Dialog führen.“