Zunahme der Gewalt in Brasilien

Abendliche Gottesdienste und Gemeindetreffen eingestellt, Erzbischof bittet um das Gebet für den Frieden

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SAO PAOLO, 14. November 2012 (ZENIT.org). - Angesichts wachsender Gewalt und steigender Zahl von Morden im Staat Sao Paulo hat der Erzbischof von Sao Paulo, Kardinal Odilo Pedro Scherer, die Gläubigen um Gebet für den Frieden aufgerufen, wie der Fidesdienst berichtet. Der Kardinal bat auch die Medien um die Verbreitung dieses Anliegens. Wie aus Informationen hervorgeht, die dem Fidesdienst vorliegen, hat die Gewalt in der Region derart zugenommen, dass Schulen die Unterrichtszeiten abkürzen, Autobuslinien ihren Fahrplan ändern und Geschäfte früher schließen. Obschon es keine offizielle Ausgangssperre gibt, leben die Menschen, als gebe es eine solche. Auch in den katholischen Gemeinden am Stadtrand wurden abendliche Gottesdienste und Gemeindetreffen eingestellt.

Allein am Wochenende des 3. und 4. November kamen 26 Menschen gewaltsam ums Leben. Weitere 20 Menschen wurden am vergangenen Wochenende ermordet. Für die meisten Morde ist die Gruppe PCC verantwortlich, die 1993 von Insassen des Sicherheitsgefängnisses Taubsaté in der Nähe von Sao Paulo gegründet wurde. Die Morde werden vor allem an Mitarbeitern der Polizei verübt.

Die Täter stehen auch mit dem Drogenhandel in Verbindung. Seit Anfang des Jahres wurden in Sao Paulo mindestens 90 Polizeibeamte ermordet, womit die Mitglieder des organisierten Verbrechens sich vermutlich nach den jüngsten Festnahmen verschiedener Bosse rächen wollen. Die brasilianische Staatspräsidentin will unterdessen gemeinsam mit dem Gouverneur des Staates Sao Paulo, Geraldo Alckmin, einen Plan zur Verbrechensbekämpfung entwickeln. [jb]