Zunahme von Depressionen

Enorme globale Last

Rom, (ZENIT.org) Jan Bentz | 1032 klicks

Etwa 11 Prozent ihrer Lebenszeit verbringen Menschen mit Krankheiten und Behinderungen, und den größten Einzelbeitrag zu dieser Last liefern laut Ärztezeitung vom 18.1.13 psychische Erkrankungen.

Depressionen, Angststörungen, Schizophrenie, Alkoholmissbrauch sowie 18 weitere psychische Störungen seien nach der „Global Burden of Disease Study 2010“ Ursache für weltweit knapp 23 Prozent aller Krankheitstage und -jahre. Sie lägen damit noch vor Muskel- und Skeletterkrankungen sowie Infektionen. Hauptgrund für die große globale Bedeutung psychischer Erkrankungen sei die hohe Prävalenz von Depressionen.

Die Zahl der Krankheitsjahre durch armutsbedingte Erkrankungen wie schwere Infektionen oder Mangelernährung bezogen auf die Populationsgröße sei um etwa ein Fünftel zurückgegangen, während die Zahl der psychisch bedingten Krankheitsjahre um 5 Prozent und die der neurologisch verursachten um über 12 Prozent zugenommen habe. Damit sei die Bedeutung psychischer und neurologischer Erkrankungen in den vergangenen 20 Jahren deutlich gestiegen Letztere haben inzwischen einen Anteil von 5,6 Prozent an der mit Krankheit verbrachten Lebenszeit.

Würden die Diagnosen danach angeordnet, wie viel gesunde Lebenszeit sie kosten, dann seien Depressionen hinter chronischem Rückenschmerz die zweitwichtigste Ursache, Angststörungen lägen auf Platz 7, Drogenabhängigkeit auf Platz 12, gefolgt von Alkoholsucht (Platz 15), Schizophrenie (16) und bipolaren Störungen (18).

Bei den neurologischen Krankheiten lägen Migräne (Platz 8) und Epilepsie (20) an der Spitze, Alzheimer folgt an Stelle 24.

Die Auswertung zeige zudem, dass psychische Störungen vor allem bei jungen Erwachsenen und im mittleren Lebensalter ein Problem seien: Hier werde etwa ein Drittel aller Krankheitstage durch psychische Störungen verursacht. Dagegen steige die Bedeutung neurologischer Leiden vor allem im höheren Lebensalter.

Interessant seien auch die regionalen Unterschiede: Lägen Depressionen als Krankheitsursache in allen Weltregionen auf einem der ersten drei Plätze, so sei Alkoholmissbrauch vor allem in Osteuropa und Lateinamerika ein Problem.

Die Autoren der Studie kämen aufgrund dieser Daten zu der Schlussfolgerung, dass die gravierenden Folgen gerade bei psychischen Störungen noch immer verkannt würden.

Es sei dringend nötig, effektive und kostengünstige Strategien zu entwickeln, um die immense globale Last durch psychische Krankheiten zu senken, heißt es.