Zur Bewahrung der Schöpfung bedarf es einer Zusammenarbeit von Wissenschaft und Religion

Botschaft Benedikts XVI. an den Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel

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ROM, 7. September 2007 (ZENIT.org).- Die Bewahrung der Umwelt und die Förderung einer Entwicklung, die den Klimawandel in Betracht zieht, sind nach Worten Benedikts XVI. Problembereiche, die die ganze Menschheitsfamilie zu großer Sorge veranlassen.



Dies schreibt Papst Benedikt XVI. in einer an den Patriarchen Bartholomaios I. gerichteten Botschaft anlässlich des 7. Symposions der NGO „Religion, Wissenschaft und Umwelt“. Die Tagung zum Thema „Die Arktis – Spiegel des Lebens“ findet vom 6. bis zum 13. September in Grönland statt und steht unter der Schirmherrschaft des Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel.

„Keine Nation und kein Handelssektor darf die ethischen Implikationen, die sich für die gesamte wirtschaftliche und soziale Entwicklung ergeben, ignorieren“, bekräftigt Benedikt XVI. in dem Schreiben, das der Heilige Stuhl heute, Freitag, veröffentlichte. „Mit wachsender Deutlichkeit beweist die wissenschaftliche Forschung, dass die Handlungen des Menschen an jedem Punkt und in jeder Region der Erde Auswirkungen auf die gesamte Menschheit haben können.“

Die Folgen des mangelnden Respekts vor der Umwelt können gemäß der Botschaft „nicht auf eine bestimmte Zone oder auf ein Volk eingegrenzt werden, da sie dem Zusammenleben der Menschheit immer größeren Schaden zufügen und somit die Würde des Menschen verraten und die Rechte der Bürger verletzen, die in einer sicheren Umwelt leben wollen. Die hoch industrialisierten Länder müssen die ‚sauberen Technologien‘ mit den anderen teilen und sicherstellen, dass ihre Märkte nicht die Nachfrage nach Waren unterstützen, deren Produktion zur Vermehrung der Umweltverschmutzung beiträgt.“

Der Heilige Vater weist darauf hin, dass „die gegenseitige Abhängigkeit der wirtschaftlichen und sozialen Unternehmungen der Nationen“ internationale Solidarität, Kooperation und andauernde erzieherische Bemühungen erforderlich mache.

Den persönlichen Einsatz des Patriarchen von Konstantinopel für den Umweltschutz lobt Benedikt XVI. ausdrücklich. Es handle sich nämlich um einen Einsatz, der beweise, wie dringend notwendig die Zusammenarbeit von Wissenschaft und Religion sei, „um die Gaben der Natur zu bewahren und ein verantwortliches Handeln zu fördern“.

Der Papst sichert seine Solidarität mit den Zielen des Symposions zu und äußert die Hoffnung, dass es zu einer „vertieften globalen Anerkennung der vitalen Beziehung zwischen der Ökologie des Menschen und der Ökologie der Natur“ kommen möge.