Zur Reform der römischen Kurie

Profil der ausgewählten Kommissionsmitglieder

Rom, (ZENIT.org) | 521 klicks

Hier ein kurzes Profil der sieben Kardinäle und des Bischofs, die Papst Franziskus beauftragt hat, eine Studienkommission zur Reform der römischen Kurie zu bilden. Als Männer aus allen Kontinenten haben sie langjährige Erfahrung in der Leitung der Kirche. Einige von ihnen hatten sich in den Generalkongregationen vor der letzten Papstwahl zum Thema einer flexiblen und funktionellen römische Kurien geäußert.

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Giuseppe Bertello

Bertello empfing am 29. Juni 1966 von Bischof Albino Mensa die Priesterweihe.

Am 17. Oktober 1987 ernannte ihn Papst Johannes Paul II. zum Titularerzbischof von „Urbs Salvia“ und entsandte ihn als Apostolischen Nuntius nach Westafrika (Togo, Ghana und Benin).

Am 28. November 1987 wurde er durch den damaligen Kardinalstaatssekretär Agostino Casaroli zum Bischof geweiht.

Er ist Ständiger Vatikan-Beobachter bei den UNO-Behörden in Genf und bei der Welthandelsorganisation.

Am 3. September 2011 berief Papst Benedikt XVI. Bertello als Nachfolger von Kardinal Giovanni Lajolo zum Präsidenten der Päpstlichen Kommission für den Staat Vatikanstadt und des Governatorats der Vatikanstadt.

Am 18. Februar 2012 nahm ihn Benedikt XVI. als Kardinaldiakon mit der Titeldiakonie Santi Vito, Modesto e Crescenzia in das Kardinalskollegium auf.

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Francisco Javier Errázuriz Ossa

Francisco Javier Errázuriz Ossa wurde am 16. Juli 1961 in Fribourg zum Priester der Schönstatt-Bewegung geweiht. Er stammt gebürtig aus Chile.

1971 arbeitete er als Mitglied der Generalleitung der Schönstatt-Patres in Deutschland. Von 1974 bis 1980 war er Generaloberer der Schönstatt-Patres, seit 1979 Vorsitzender des Generalpräsidiums der Schönstatt-Bewegung.

Am 21. Februar 2001 nahm ihn Johannes Paul II. als Kardinalpriester mit der Titelkirche „Santa Maria della Pace“ in das Kardinalskollegium auf.

Papst Benedikt XVI. nahm am 15. Dezember 2010 sein aus Altersgründen vorgebrachtes Rücktrittsgesuch an.

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Oswald Kardinal Gracias

Oswald Kardinal Gracias ist Erzbischof von Bombay.

Gracias empfing am 20. Dezember 1970 durch den Erzbischof von Bombay die Priesterweihe.

Am 28. Juni 1997 ernannte ihn Papst Johannes Paul II. zum Weihbischof in Bombay und zum Titularbischof von „Bladia“. Die Bischofsweihe spendete ihm am 16. September desselben Jahres der damalige Erzbischof von Bombay.

Oswald Gracias wurde am 7. September 2000 von Johannes Paul II. zum Erzbischof von Agra ernannt.

Am 24. November 2007 nahm ihn Benedikt XVI. als Kardinalpriester mit der Titelkirche „San Paolo della Croce a Corviale“ in das Kardinalskollegium auf.

Oswald Gracias ist Vorsitzender der indischen Bischofskonferenz CBCI.

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Reinhard Kardinal Marx

Reinhard Kardinal Marx ist Erzbischof von München und Freising.

1979 empfing er das Sakrament der Priesterweihe durch Erzbischof Johannes Joachim Degenhardt.

Am 23. Juli 1996 ernannte Johannes Paul II. ihn zum Titularbischof von „Petina“.

Die Bischofsweihe spendete ihm Erzbischof Johannes Joachim Degenhardt am 21. September desselben Jahres.

Papst Benedikt XVI. ernannte ihn am 30. November 2007 zum Erzbischof von München und Freising. Am 29. Juni 2008 empfing Marx als Metropolit der Kirchenprovinz München und Freising im Petersdom zu Rom das Pallium als Zeichen der besonderen Verbindung mit Rom.

Im feierlichen Konsistorium vom 20. November 2010 nahm ihn Papst Benedikt XVI. als Kardinalpriester mit der Titelkirche „San Corbiniano“ in das Kardinalskollegium auf.

Am 22. März 2012 wurde er zum Präsidenten der Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Gemeinschaft (COMECE) gewählt.

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Laurent Kardinal Monsengwo Pasinya

Laurent Kardinal Monsengwo Pasinya ist Erzbischof von Kinshasa.

Er empfing am 21. Dezember 1963 in Rom das Sakrament der Priesterweihe und wurde in den Klerus des Bistums Inongo inkardiniert.

Am 13. Februar 1980 ernannte ihn Papst Johannes Paul II. zum Titularbischof von „Aquae Novae in Proconsulari“ und bestellte ihn zum Weihbischof in Inongo. Die Bischofsweihe spendete ihm am 4. Mai desselben Jahres Papst Johannes Paul II. in der Kathedrale Notre Dame du Congo in Kinshasa.

Am 6. Dezember 2007 ernannte ihn Papst Benedikt XVI. zum Erzbischof von Kinshasa.

Im feierlichen Konsistorium vom 20. November 2010 nahm ihn Papst Benedikt XVI. als Kardinalpriester mit der Titelkirche Santa Maria „Regina Pacis“ in Ostia-Mare in das Kardinalskollegium auf.

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Sean Patrick Kardinal O’Malley

Sean Patrick Kardinal O’Malley OFMCap ist Erzbischof von Boston.

Mit 21 Jahren legte er am 14. Juli 1965 seine Profess bei den Kappuzinern ab und nahm den Ordensnamen Sean an. O’Malley wurde am 29. August 1970 durch John Bernard McDowell zum Priester geweiht.

Am 30. Mai 1984 wurde er von Papst Johannes Paul II. zum Koadjutor des Bischofs von Saint Thomas auf den Amerikanischen Jungferninseln ernannt. Am 2. August 1984 wurde O’Malley zum Bischof geweiht und trat am 16. Oktober 1985 sein Amt an.

Papst Benedikt XVI. nahm ihn im feierlichen Konsistorium vom 24. März 2006 als Kardinalpriester mit der Titelkirche Santa Maria della Vittoria in das Kardinalskollegium auf.

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George Kardinal Pell

George Kardinal Pell ist Erzbischof von Sydney. Er studierte zunächst in der Nähe von Melbourne, später in Rom, wo er am 16. Dezember 1966 im Petersdom zum Priester geweiht wurde und im darauffolgenden Jahr sein Diplom in Theologie erhielt.

Die Bischofsweihe spendete ihm am 21. Mai 1987 der damalige Erzbischof von Melbourne, Thomas Francis Little. Nach dessen Rücktritt wurde er 1996 sein Nachfolger als Erzbischof von Melbourne. Im März 2001 schließlich wurde er Erzbischof von Sydney.

Im Konsistorium am 21. Oktober 2003 ernannte ihn Papst Johannes Paul II. zum Kardinal mit der Titelkirche Santa Maria Domenica Mazzarello. Diese Kirche wurde erst für seine Kardinalskreierung zur Titelkirche erhoben.

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Óscar Andrés Kardinal Rodríguez Maradiaga SDB

Óscar Andrés Kardinal Rodríguez Maradiaga SDB ist Erzbischof von Tegucigalpa, Honduras. Er ist seit 2007 Präsident von Caritas Internationalis.

Nach seiner Schulzeit trat Óscar Rodríguez Maradiaga am 3. Mai 1961 in die Ordensgemeinschaft der Salesianer ein.

Am 28. Juli 1970 empfing er durch Erzbischof Girolamo Prigione in Guatemala-Stadt das Sakrament der Priesterweihe.

Die Bischofsweihe spendete ihm am 8. Dezember 1978 Erzbischof Gabriel Montalvo.

Johannes Paul II. nahm ihn am 21. Februar 2001 als Kardinalpriester mit der Titelkirche Santa Maria della Speranza in das Kardinalskollegium auf. Er ist der erste Kardinal von Honduras. Beim Konklave 2005 galt er selbst als papabile.

Er ist derzeit Mitglied in der Kleruskongregation, im Päpstlichen Rat für Gerechtigkeit und Frieden, im Päpstlichen Rat für die sozialen Kommunikationsmittel und der Päpstlichen Kommission für Lateinamerika

Er wurde auf der 18. Generalversammlung von Caritas Internationalis am 5. Juni 2007 für die nächsten vier Jahre zum neuen internationalen Caritas-Präsidenten gewählt.

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Marcello Semeraro

Marcello Semeraro ist gebürtiger Italiener und Bischof von Albano.

Am 8. September 1971 empfing er die Priesterweihe und wurde in den Klerus des Bistums Lecce inkardiniert.

Papst Johannes Paul II. ernannte ihn am 25. Juli 1998 zum Bischof von Oria. Die Bischofsweihe spendete ihm der Erzbischof von Lecce, Cosmo Francesco Ruppi, am 29. September desselben Jahres.

Am 1. Oktober 2004 wurde er zum Bischof von Albano ernannt.

Er ist Berater der Päpstlichen Kongregation für den Klerus und der italienischen Bischofskonferenz bei Fragen der Glaubenslehre.