Zusammenarbeit der Christen ist für die Neuevangelisierung unabdingbar

Redebeitrag von Hilarion, Metropolit von Volokolamsk, Präsident der Abteilung für öffentliche Beziehungen der Kirche des Patriarchats von Moskau (Russische Föderation)

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VATIKANSTADT, 18. Oktober 2012 (ZENIT.org). - Während der 14. Generalkongregation der Bischofssynode am Dienstag, dem 16. Oktober, richtete der Metropolit von Volokolamsk, eine Rede an die versammelten Bischöfe, in der er zu einem überzeugten Zeugnis für Christus aufforderte.                                                                                                                                                                                                     

[Wir veröffentlichen den zusammengefassten Redebeitrag in einer Arbeitsübersetzung des Heiligen Stuhls:]

Die derzeitige Bischofssynode der Römisch-Katholischen Kirche wurde zu einem bedeutenden Termin angesetzt - dem 50. Jahrestag der Eröffnung des 2. Vatikanischen Konzils -, und sie ist dem Thema der Neuevangelisierung gewidmet, die ein Anliegen aller Christen ist: die Verkündigung Christi in einer säkularen Welt. Bereits vor einem halben Jahrhundert waren sich die Konzilsväter darüber im Klaren, das eine engere Zusammenarbeit zwischen Christen unterschiedlicher Traditionen bedeuten würde, dass das Zeugnis für Christus und seine Heilsbotschaft in der modernen Welt überzeugender würde. Heute sind wir dazu aufgerufen, daran zu denken, unsere gemeinsamen Aufgaben zu lösen, die unser Zeitalter in den Vordergrund rückt. Die Herausforderungen der vergangenen fünfzig Jahre, die seit dem Beginn des II. Vatikanischen Konzils vergangen sind, haben noch nicht an Bedeutung verloren, sondern sind vielmehr noch akuter und bedrohlicher geworden.

Sowohl die Russisch-Orthodoxe Kirche als auch die Römisch-Katholische Kirche erfüllen die Sendung, zu der sie von Christus berufen worden sind und legen unermüdlich Zeugnis für die Wahrheit ab, während er „die Welt überführen (und aufdecken wird), was Sünde, Gerechtigkeit und Gericht ist“ (Joh 16,8). Bei dieser gemeinsamen Aufgabe werden sich unsere Kirchen noch stärker der Notwendigkeit bewusst, unsere Bemühungen zu vereinen, so dass die Antwort der Christen auf die Herausforderungen der modernen Gesellschaft vernommen werden kann. In den letzten Jahren haben die Orthodoxen und die Katholischen Kirchen fruchtbar im Orthodoxen/Katholischen Forum, in verschiedenen internationalen Organisationen und an anderen Orten des Dialogs mit der säkularen Welt zusammengearbeitet.

Die Versammlung der Bischofssynode in Rom wird Mittel und Wege suchen, auf die wirkungsvollste Weise die Wahrheit des Evangeliums in der modernen Gesellschaft zu verkündigen. Ich hoffe, dass eines der Ergebnisse der Synodenarbeit eine Weiterentwicklung der Orthodox-Katholischen Zusammenarbeit sein wird, auf dieselbe Art, wie dies nach dem 2. Vatikanischen Konzil geschah: „damit die Welt glaubt“ (Joh 17,21).