Zusammenfassung der Predigt von Kardinal Karl Lehmann in der Eucharistiefeier bei der Frühjahrs-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz am 20. Februar 2013 in Trier

Predigttext: Gen 1,1.26-28.31a

Rom, (ZENIT.orgDBK PM) Britta Dörre | 1823 klicks

Der heutige Studientag war „dem Zusammenwirken von Frauen und Männern im Leben der Kirche“ gewidmet, wobei insbesondere „christologische, ekklesiologische und anthropologische Aspekte“ im Mittelpunkt standen.

Kardinal Lehmann nahm deshalb als Ausgangspunkt seiner Predigt die erste Schöpfungserzählung, in der „die besondere Absicht Gottes, den Menschen als sein Bild und Gleichnis zu schaffen“, deutlich wird.

„Diese Gottebenbildlichkeit, die vor allem auch in der Herrschaft des Menschen über die ganze Erde zum Ausdruck kommt, ist nicht irgendein Teil oder Merkmal, das im oder am Menschen zu suchen ist. Sie ist mit dem Menschen als Gottes Geschöpf gegeben. Sie gilt ganz unabhängig von sozialem Rang, von Volkszugehörigkeit oder auch von Geschlecht. Sie bezieht sich nicht nur auf das geistige Wesen des Menschen, auch nicht allein auf seinen aufrechten Gang. Die Bestimmung zum Bild Gottes ist dem Menschen durch Gott vorgegeben. Darum kann sie dem Menschen auch nicht einfachhin genommen werden. Dies ist der letzte Grund für die Menschenwürde. Darum darf der Mensch auch nicht als Mittel zum Zweck verstanden und verbraucht werden“, wie Kardinal Lehmann ausführte.

Die Grenze der damit verbundenen Freiheit und Macht des Menschen sei immer der Mensch selbst. 

Von besonderer Bedeutung in diesem Kontext ist das Verhältnis von Mann und Frau. „Den Menschen gibt es nur in der Doppelausgabe von Mann und Frau. … Die Verschiedenartigkeit ist von der Absicht des Schöpfers her gewollt. Dies ist wichtig für das Verständnis des Verhältnisses von Mann und Frau. Die Frau ist ebenso wie der Mann ein ursprünglicher Schöpfungsgedanke Gottes. Die Theorien z. B. der Unter- und Überordnung zwischen Mann und Frau scheitern letztlich an dieser grundlegenden Aussage. Die Frau hat genauso an der Gottebenbildlichkeit teil wie der Mann“, so Kardinal Lehmann. Kardinal Lehmann räumte ein, dass die Interpretation der Schöpfungsgeschichte im Hinblick auf die Ebenbürtigkeit der Frau nicht immer in diesem Sinne vorgenommen erfolgt sei.

In diesem Licht müsse auch „die Erschaffung der Frau nach der zweiten Schöpfungserzählung“ verstanden werden. Gott habe dem Menschen unterschiedliche Hilfen gegeben: „Dazu gehören zunächst die Tiere, denen der Mensch einen Namen gibt. 'Aber eine Hilfe, die dem Menschen entsprach, fand er (damit) nicht.' (2,20) Es kommt also auf eine entsprechende, das heißt doch wohl ebenbürtige Hilfe an. Gott selbst schafft dem Mann eine solche Entsprechung. … Das Wesentliche ist, dass beide zueinander passen, einander entsprechen, sich gegenseitig helfen und füreinander da sind.“

Ehe und Familie seien „der wahre Ort, um dieses Zueinanderfinden und Zusammengehören von Mann und Frau zu erfüllen, zu schützen und zu pflegen“. Mann und Frau ergänzten einander.

Abschließend sprach Kardinal Lehmann kurz die Homosexualität an, die er als „bis heute schwer erklärbar“ bezeichnete und bekräftigte: „Jede Diskriminierung, wie sie oft geschah, ist nicht erlaubt. Hier ist gewiss manches wieder gutzumachen.“ „Die primäre Ausprägung des Menschseins“ sei 'weiblich' und 'männlich', und deshalb müsse der Staat „in besonderer Weise Ehe und Familie schützen.“