Zwei neue Franziskaner-Gemeinschaften im Dienst indischer Stammesvölker

Gemeinden entwickeln sich rasch

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ROM, 3. Juli 2007 (ZENIT.org).- Die Indische Provinz der Franziskaner-Minoriten (OFM) hat im äußersten Nordosten des Landes, an der Grenze zu China und Myanmar, zwei neue Niederlassungen eröffnet.



Eine Fraternität der Minderbrüder befindet sich im Viertel Kamrup im Norden der Stadt Guwahati, die zweite in der Ortschaft Salbari in der angrenzenden Diözese Bongaigaon. Beide liegen im Bundesstaat Assam, in Nachbarschaft zu den örtlichen Stämmen; die bedeutendsten unter ihnen sind die Bodos und die Garos, die in der Regel in den Bergen leben und von der örtlichen Bevölkerung von Assam und von den hinduistischen Kasten getrennt sind. Diese Stämme leben im Zustand der Ausgrenzung, der Armut und des Mangels jeglicher sozialer Dienste, haben eigene Sprachen und sind Hüter antiker Traditionen und menschlicher Werte. Sie sind auch besonders empfänglich für die christliche Botschaft, und von ihnen kommen viele Berufungen.

Die katholische Kirche in diesen Regionen ist sehr jung, befindet sich noch im Aufbau und hat bereits eine rasche Entwicklung hinter sich: Allein in Guwahati wurden in wenigen Jahren aus einer Diözese vier Diözesen.

Die Präsenz der Minderbrüder möchte die Ortskirche darin unterstützen, die heimischen Traditionen durch die Förderung von dem Evangelium gemäßen Werten aufzuwerten und den Kindern der Familien eine entsprechende Ausbildung zu bieten. Daher engagieren sich beide Fraternitäten in erster Linie in der Leitung von zwei Schulen für Kinder. Sie seien das beste Mittel, um mit den Familien in Kontakt zu treten, berichtete der Informationsdienst des Ordens.

Fr. Ambrosius Van Si, Generaldefinitor, und Fr. Vincenzo Brocanelli, Moderator für die Mission, erlebten bei ihrem letzten Besuch mit eigenen Augen, in welch großer Not sich die Christen und Stammesmitglieder in der genannten Gegend befinden. Deshalb sind diese Niederlassungen für die Minderbrüder und für die Zukunft dieser Menschen von großer Bedeutung.

Sie ermutigten die Brüder dazu, ihre indischen Fraternitäten zu entwickeln und einen Plan der „Bruderschaft-in-Sendung“ zu erstellen, im möglichst umfassenden und konkreten Sinn, auch mit Blick auf die bevorstehende Errichtung der beiden Niederlassungen zu einer Gründung der Provinz.

Der Personalstand der Kustodie in Indien, die 1995 errichtet wurde, betrug im Mai 160 Franziskaner in unterschiedlichen Ausbildungsphasen. Darunter befinden sich 49 Brüder mit feierlicher Profess: 46 Priester, ein Diakon und zwei Brüder. Außerdem gibt es 47 Brüder mit zeitlicher Profess, von denen 46 das Priestertum anstreben. Bei den Minderbrüdern gibt es neun Novizen, sechs Postulanten und 49 Kandidaten.