Zweiter Tag in Benin

Papst Benedikt unterzeichnet Postsynodales Schreiben Africae munus

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COTONOU, 19. November 2011 (ZENIT.org). – Nach seinem Besuch im Präsidentenpalast hat der Heilige Vater Cotonou verlassen und ist nach Oudiah weitergereist, der zweiten Station dieses Tages. Dort wurde er vom Rektor des Seminars „Saint Gall“ („Sankt Gallus“) am Eingang der Kapelle der hl. Teresa vom Kinde Jesu, der Patronin der Missionare, in Empfang genommen. Nach einer eucharistischen Anbetung in der Kapelle des Seminars begab sich der Papst an die letzte Ruhestätte von Msgr. Louis Parisot SMA, dem ehemaligen apostolischen Vikar von Dahomeny und Ouidah (1935 bis 1955) und ersten Erzbischof von Cotonou (1955-1960), und von Kardinal Bernardin Gantin, seinem ehemaligen, langjährigen Weggefährten und ersten schwarzafrikanischen Kurienkardinal der Kirche.

Der aus der Erzdiözese Cotonou stammende Gantin hatte 1977 als Präsident des Päpstlichen Rats für Gerechtigkeit und Frieden an der Bischofsweihe Joseph Ratzingers in München teilgenommen; wenig später wurden beide zu Kardinälen erhoben. Im Vatikan gehörte der Afrikaner zusammen mit Joseph Ratzinger zu den engsten Mitarbeitern von Papst Johannes Paul II. 1984 wurde Gantin an die Spitze der Bischofskongregation berufen. Als Kardinaldekan war er von 1993 bis 2002 Vorgänger von Joseph Ratzinger.

Danach begegnete Papst Benedikt XVI. mehreren hundert Priestern, Seminaristen, Ordensleuten und Laien aus Benin. Das Treffen wurde von Msgr. Pascal N’Koué, dem Bischof von Natitingou, eröffnet, der für die Ausbildung der Seminaristen verantwortlich ist. In der Kapelle wurde ihm auch eine Gruppe von alten und kranken Priestern, Ordensleuten, Kindern und Leprakranken vorgestellt. Der Präsident der „Fondazione Bernardin Gantin” begrüßte den Papst und übergab ihm eine Kopie der Statuten der Stiftung.

In seiner Ansprache dankte der Papst den Anwesenden für ihren Einsatz in der Mission trotz aller Schwierigkeiten und lud die Priester dazu ein, wie „Kristalle“ das Licht Gottes in ihrem Tun und in der Sakramentenspendung „durchscheinen“ zu lassen. Er wandte sich auch gegen eine Vermischung von Religionen. Ein gefestigter christlicher Glaube sei ein „wirksames Gegenmittel gegen einen in die Irre führenden Synkretismus", so der Papst. Richtschnur für eine angemessene Berücksichtigung der Werte traditioneller Kulturen sei die Liebe zu Gott, den Sakramenten und der Kirche. Nur diese Liebe befreie von Okkultismus und besiege „böse Geister".

Die Priester mahnte Benedikt XVI. zur Gemeinschaft mit ihrem Bischof und zur Sorge und Aufmerksamkeit für alle Menschen. Die Seminaristen erinnerte er daran, dass die Qualität ihres künftigen Lebens von ihrer persönlichen Gottesbeziehung und der späteren Einbindung ihres gegenwärtigen Ausbildungsstoffes abhänge.

„Nach 60 Jahren priesterlichen Lebens kann ich euch sagen, dass ihr das Ansammeln intellektueller, spiritueller und pastoraler Schätze während eures Studiums nicht bereuen werdet", so der Papst.

Die katholischen Laien rief der Papst dazu auf, christliche Ehen einzugehen und den Glauben in ihren Familien weiterzugeben. Familien, die von Gebet, Liebe und Vergebung geprägt seien, leisteten einen unschätzbaren Beitrag zu mehr Gerechtigkeit und Frieden in der ganzen Gesellschaft und in der Kirche. Der Papst dankte ebenfalls allen engagierten Katholiken und den Priestern für deren Einsatz in der Mission und der Gesellschaft.

In der Kathedrale von Ouidah hat Papst Benedikt nunmehr im Rahmen einer kurzen Zeremonie seine Unterschrift unter das Postsynodale Schreiben mit dem lateinischen Titel „Africae munus" (Das Engagement Afrikas) gesetzt. Das rund 150 Seiten umfassende Dokument legt die Leitlinien für das kirchliche Wirken in Afrika fest. Es enthält die Vorschläge der vor zwei Jahren zu diesem Thema im Vatikan abgehaltenen besonderen Bischofsversammlung für Afrika.

Am Sonntag wird Benedikt XVI. das Schreiben im Stadion von Cotonou bei der Eucharistiefeier an Repräsentanten der 35 afrikanischen Bischofskonferenzen sowie der sieben übernationalen Zusammenschlüsse überreichen. [jb]