Zypern: christliche Kirchen geplündert

Erzbischof Chrysostomos erklärt die Lage

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RIMINI, Italien, 22. August, 2012 (ZENIT.org). ‑ Zahlreiche Kirchen in der türkisch besetzten Hälfte Zyperns sind entweiht und in Lagerräume, Museen oder Moscheen umgewandelt worden. Der Erzbischof der Kirche von Zypern, Seine Seligkeit Chrysostomos II., berichtete beim Treffen in Rimini, dass etwa 120 christliche Kirchen betroffen seien. Zum Teil seien auch die Kunstgegenstände dieser Kirchen beschlagnahmt und verkauft worden.

Bei seiner Ansprache am Montag erklärte der Erzbischof, dass zypriotische Christen auch unter Einschränkungen der Religionsfreiheit zu leiden hätten und dass Angriffe vorgekommen seien. Obendrein werde von Besuchern Eintritt verlangt, die wichtige Orte des Glaubens wie etwa das Grab des Apostels Barnabas besichtigen wollen.

Chrysostomos II. äußerte die Ansicht, die türkische Regierung versuche, das Christentum in dem ihr unterstellten Teil der Insel auszulöschen. Dies sei sehr traurig, weil die christlichen Werte der Menschheit so viel zu geben hätten.

Auch Franco Frattini, ehemaliger italienischer Außenminister und derzeit Vorsitzender der „Stiftung Alcide de Gasperi“, teilte die Meinung des zypriotischen Erzbischofs und fügte hinzu, dass Religionsfreiheit nicht auf private Kulterlaubnis beschränkt sein dürfe, sondern auch die Freiheit umfasse, seinen Glauben öffentlich zu vertreten.

Salman Shaik, Direktor des „Brookings Doha Center“, einer Forschungsorganisation, die sich mit den muslimischen Ländern befasst, erwiderte zum Abschluss, dass nach dem „Arabischen Frühling“ nun ein verstärkter Dialog über Religionsfreiheit angebracht sei.