ROM, 17. APRIL 2008 (ZENIT.org).- Der Besuch von Papst Benedikt XVI. in den USA ist in den Augen von Donna Orsuta, Professorin für Spiritualität an der päpstlichen Universität Gregoriana in Rom, eine wunderbare Gelegenheit, um die Wunden der Vergangenheit zu heilen und aktuelle Themen anzusprechen.
Professorin Orsuto wurde im US-Bundesstaat Ohio geboren. Heute leitet sie das Lay Center, ein Studentenheim im Herzen der Ewigen Stadt, das Studierenden der päpstlichen Universitäten aus aller Welt und jeder Glaubensrichtung offensteht. Orsuto erhofft sich vom Papstbesuch in den Vereinigten Staaten, dass der Einsatz der Kirche zur Förderung des interreligiösen und interkulturellen Dialogs deutlich wird.
„Meine Lehrerfahrung an der Universität Gregoriana, wo sich Studenten aus über 120 verschiedenen Ländern treffen und gemeinsam im Studentenheim leben, hat mir den Reichtum und die Herausforderungen offenbart, die mit dem Bau von Brücken zwischen den Menschen verbunden sind. Es geht darum, das Gemeinsame herauszuarbeiten, auch wenn die Studenten aus unterschiedlichen religiösen und kulturellen Hintergründen kommen“, erklärte die Professorin gegenüber ZENIT.
Benedikt XVI. werde mit seinem hervorragenden theologischen und intellektuellen Hintergrund der Kirche in den USA zeigen, dass die Probleme vor Ort zu den größeren weltweiten Anliegen gehören. Außerdem könne der Papst zur Heilung der Wunden des Skandals um die Missbrauchsfälle beitragen, der die Kirche in den USA vor wenigen Jahren schwer erschütterte.
Orsuto wies darauf hin, dass die Kirche in den Vereinigten Staaten eine schwere Krise durchgemacht habe und möglicherweise viele Jahre brauchen werde, damit alle Wunden verheilt, das Vertrauen wiederhergestellt sei. Die Krise habe nicht nur jene betroffen, die direkt vom Missbrauch betroffen gewesen seien; zudem habe sie bei allen Katholiken großes Leid und große Verwirrung verursacht, bei Priestern wie bei Laien. Allerdings müsse, ohne die Tragik der Situation herunterzuspielen, auch beachtet werden, dass Zeiten der Krise auch Wendepunkte sein könnten. Es sei unrealistisch, einen sofortigen Umschwung zu erwarten.
Die Professorin stellte fest, dass die Anwesenheit Benedikts XVI. zum Heilungsprozess beitragen werde, weil der Papst zur Hoffnung aufrufen und ermutigende Worte finden werde.
Benedikt XVI. hatte auf seinem Weg in die USA vor den an Bord anwesenden Journalisten bekräftigt, dass der angesprochene Skandal ein großes Leid für die Kirche in den USA und auf der ganzen Welt bedeute.
„Als ich die Geschichten dieser Opfer las, konnte ich mir schwer vorstellen, wie es möglich war, dass Priester auf diese Art und Weise ihre Sendung verrieten, nämlich Heilung zu bringen, die Liebe Gottes diesen Kindern zuzuwenden“, erklärte Benedikt XVI. im Anflug auf Washington. „Ich schäme mich zutiefst und werde alles in meiner Macht Stehende tun, um so etwas in der Zukunft zu verhindern.“
Von Miriam Díez i Bosch; Übertragung ins Deutsche von Juliana Abado
ZG08041703 - 17.04.2008
Permalink: http://www.zenit.org/article-14922?l=german
Papstbesuch bedeutet Heilung alter Wunden und Stärkung des interkulturellen Dialogs
© Innovative Media, Inc.
Die Weiterverwendung der ZENIT-Dienste ist nur mit ausdrücklicher Erlaubnis gestattet.
Wenden Sie sich bitte an info-autorenrechte@zenit.org .
![]() |
Weiterleiten | ![]() |
Beitrag kommentieren |
![]() |
Druckformat | ![]() |
PDF-Ansicht |
![]() |
Anfang |
















