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ZG08042107 - 21.04.2008
Permalink: http://www.zenit.org/article-14950?l=german

Fokolar-Bewegung feiert 50-jähriges Bestehen in Deutschland


Dialog ist der Weg der Gesellschaft zur Geschwisterlichkeit


BERLIN, 21. April 2008 (ZENIT.org).- Eine Liebe, die keine Grenzen kennt: Die Fokolar-Bewegung ist seit 50 Jahren auch in Deutschland aktiv.

„Bemühen wir uns um echte Beziehungen, mit wem auch immer wir zusammen sind; Beziehungen, die auf einer Liebe gründen, die keine Grenzen kennt – wie die Liebe Jesu, der sein Leben für jeden Menschen gegeben hat.“ Dieser Appell ihrer kürzlich verstorbenen Gründerin und Präsidentin, Chiara Lubich, stand über dem Festakt, mit dem die Fokolar-Bewegung in der Berliner Friedrichstadtkirche ihr 50-jähriges Bestehen in Deutschland feierte.

Bei der Botschaft der Gründerin handelte es sich um den letzten von ihr selbst herausgegeben Text. In einer Art geistlichem Testament unterstrich sie die zentrale Ausrichtung der von ihr ins Leben gerufenen Bewegung: „Täglich begegnen wir in unserer Welt Mühsal, Dunkel und Uneinheit. In all dem erkennen wir ein Antlitz des gekreuzigten und verlassenen Jesus und sollen es durch unsere Liebe in Trost, Licht und Einheit verwandeln. Ich wünsche euch, dass ihr in der Liebe zu (ihm) ... den Beweggrund und die Kraft findet, dem Leid nicht auszuweichen, sondern ... Abhilfe zu schaffen. Dann werden wir auch in Deutschland erleben, was wir ‚Kultur der Auferstehung’ nennen könnten: Kultur des Auferstandenen, des neuen Menschen, der neuen Menschheit.“

„Gut aufgestellt“ für diesen Dienst an der Menschheit sah der frühere Präsident des Lutherischen Weltbundes, Christian Krause, die Fokolar-Bewegung. Dass er als lutherischer Bischof in einer von Frauen gegründeten ursprünglich katholischen Bewegung eine Festansprache halten dürfe, sei ungewöhnlich. Dennoch habe er diese Einladung als Zeichen der Nähe und Verbundenheit gerne angenommen.

Krause zeichnete einige historische Linien der Fokolar-Bewegung in Deutschland nach, besonders deren bewusster Einsatz in der DDR und den Ländern des Ostblocks sowie wichtige Einsatzfelder in der Ökumene. Heute, nach dem Tod ihrer Gründerin, stehe die Bewegung an einem Wendepunkt. Doch „angesichts der die Menschheit lebensgefährlich bedrohenden Spaltungen“ sei nun eine neue Generation dieser „geistlichen Friedensbewegung für die Einheit“ dazu gerufen, den offenen Weg der Bewegung fortzusetzen.

Gesine Schwan, Präsidentin der Viadrina-Universität in Frankfurt an der Oder und nach Krause zweite Festrednerin, führte diesen Gedanken fort: Offenheit falle leichter, „wenn wir die Hoffnung hegen, dass wir im Tiefsten miteinander verbunden sind“, sagte die Soziologie-Professorin in ihrer Ansprache zum Thema „Dialogisch leben: Gesellschaft und Geschwisterlichkeit“. Schwan zeigte sich über die Einladung zu einer Festrede überrascht und erfreut. Überrascht, weil sie zuvor mit der Bewegung wenig vertraut gewesen sei; erfreut, „weil mir Ihre Ziele sehr nahe sind, und mich diese Übereinstimmung in meinem eigenen Denken und Glauben bestärkt hat“.

„Über Brücken“ lautet das Motto der Festveranstaltung, zu der 380 geladene Gäste aus vielen christlichen Kirchen und Verbänden sowie Vertreter des politischen und gesellschaftlichen Lebens nach Berlin gekommen waren.

Was dieser Slogan allein im Spektrum der christlichen Kirchen bedeutet, zeigte die bunte Reihe der Würdenträger, die sich mit zum Teil sehr persönlich gehaltenen Grußworten an die Festversammlung wandten. Neben dem Berliner Kardinal Georg Sterzinsky standen dabei der armenische Erzbischof Karekin Bekdijan, der griechisch-orthodoxe Bischof Evemnios Tamiolakis und der lutherische Pfarrer und CVJM-Leiter Thomas Römer gemeinsam auf der Bühne.

Für die Fokolar-Bewegung, so resümierten die Deutschlandsprecher Marianne Schneppe und Severin Schmid, sei die Veranstaltung Grund zur Freude und Dankbarkeit, vor allem aber Verpflichtung für die Zukunft, im Sinne dessen, was ihnen die Gründerin als Letztes ins Stammbuch geschrieben hatte: „Bemühen wir uns um echte Beziehungen, mit wem auch immer wir zusammen sind, Beziehungen, die auf einer Liebe gründen, die keine Grenzen kennt.“


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