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ZG08061105 - 11.06.2008
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Katholische Soziallehre soll auch für Politiker in Argentinien Priorität haben


Vortrag von Kardinal Renato Raffaele Martino zum Abschluss der 7. Sozialen Woche


MAR DEL PLATA, 11. Juni 2008 (ZENIT.org).- Katholiken, die eine politische Verantwortung übernommen haben, sollten die Soziallehre der Kirche im Auge haben, die sich auf die Person und das Gemeinwohl konzentriere, betonte der Präsident des Päpstlichen Rates für Gerechtigkeit und Frieden Kardinal Renato Raffaele Martino am Sonntag (8. Juni) in Argentinien.

Am letzten Tag der 7. Sozialen Woche der argentinischen Katholiken, die in Mar del Plata unter dem Motto „Wege zu einer neuen sozialen und politischen Führung" stand, wies der Kardinal darauf hin, dass Christen in Leitungspositionen die anstehenden sozialen, wirtschaftlichen und politischen Fragen immer mit Blick auf die Soziallehre der Kirche behandeln sollten. Der Soziallehre gebühre aufgrund ihrer „Leidenschaft für die Menschen und das Gemeinwohl" sowie „mit ihren Prinzipien der universalen Bestimmung der Güter, der Subsidiarität und der Solidarität" höchste Priorität, so Kardinal Martino.

In seiner Rede betonte er die Verpflichtung zur gerechten Verteilung der Güter und forderte zugleich ein Umdenken hinsichtlich des gängigen „Profils des christlichen Managers im sozio-politischen Bereich". Dafür sei ein „Nachdenken über die Grundsätze der christlichen Lehre“ erforderlich, die im Kompendium für die Soziallehre der Kirche dargelegt seien.

Kardinal Martino lud christliche Manager ein, der „zentralen Stellung der Person sowie der Erhaltung und Förderung des Vorrangs der Person in jeder Situation" bei allen Entscheidungen Vorrang zu geben.

In einer Zeit, in der der Mensch zunehmend zum entscheidenden Faktor der Produktion werde, sei es erforderlich, dass christliche Manager jede Diskriminierung aufhöben und „den Wert und die Würde jedes Arbeitnehmers und jeder Art von Arbeit" in den Mittelpunkt stellten. Soziale Gerechtigkeit müsse sich auf der Grundlage des Prinzips der weltweiten Solidarität eine bessere Verteilung der Güter dieser Erde auf ihre Banner schreiben. Und in diesem Zusammenhang erinnerte Kardinal Martino seine Zuhörer daran, dass die katholische Soziallehre die Beziehungen zwischen Kirche und Staat stärke, indem sie die Autonomie dieser beiden Bereiche betone und zu einer sachlichen Zusammenarbeit ermutige, die von vier Merkmalen geprägt sei: politischer Einsatz für Wahrheit und Gerechtigkeit sowie in Solidarität und Freiheit.


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