ZG09111910 - 19.11.2009
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Die Liturgie für das Leben


Teologische Perspektiven für die liturgische Praxis


ROM, 19. November 2009 (ZENIT.org).- Ein spannendes Buch kam jetzt in die italienischen Bücherregale: Don Mauro Gagliardi, "Liturgie fonte di vita" - Prospettive teologiche (Fede & Kultur).

Dies ist ein Buch, das den Vorteil hat, einen Entwurf von Liturgie vorzulegen, der in erster Linie aus theologischer Perspektive geschrieben worden ist. Gagliardi versucht darin, Fragen über die Gültigkeit der Angabe einer feierlichen Liturgie der Praxis mehr im Einklang mit den heiligen Geheimnissen zu beantworten.

Im Vorwort würdigt Erzbischof Mauro Piacenza, Sekretär der Kongregation für den Klerus, dass der Autor „etwas bietet, was heute unbedingt gefordert ist: ein theologischer Ansatz für die Liturgie, der konsequent und gleichzeitig verständlich ist, denn: „Das Zweite Vatikanische Konzil erinnert daran, dass der Ansatz für die Liturgie in erster Linie ein theologischer ist.Erzbischof Mauro Piacenza erläutert dass „die wichtigsten Aspekte, die das Priestertum ausmachen, zweifellos, der liturgische Dienst und auf eine ganz besondere Weise, der Dienst am Altars ist". Damit dies neu entdeckt werden, sei ein „theologisches und spirituelles Verständnis, was die Bedeutung der Liturgie angeht, erforderlich. Nur so kann man wirklich das Priestertum verstehen“.

„Es ist unsere Überzeugung“, so Erzbischof Piacenza abschließend, dass dieser Band tatsächlich einen Beitrag zur Tatsache liefern kann, dass der Priester vor allem ein Mensch ist, der von Gott erwählt wurde, um vor ihm zu stehen und ihm zu dienen."

Don Mauro Gagliardi, wurde 1975 geboren und im Jahr 1999 in der Erzdiözese von Salerno zum Priester geweiht. Er erwarb den Doktorgrad der Theologie (Universität Gregoriana, Rom, 2002) und der Philosophie (L'Orientale, Neapel 2008) und ist seit 2007 Professor an der Fakultät für Theologie an der Päpstlichen Universität Regina Apostolorum in Rom.

Er hat mehrere Bücher, Aufsätze und verschiedene Beiträge verfasst, die in Italien und im Ausland veröffentlicht worden sind, und wird für ZENIT die wöchentliche Rubrik: „Liturgische Erneuerung am Donnerstag“ betreuen.

Der Dogmatiker kam durch eine ganz persönliche Erfahrung zu seiner Leidenschaft für die Liturgie., erklärte er gegenüber ZENIT. „Eines Tages, während meines letzten Jahres der Promotion, fielen mir einige Bücher in die Hände, die mich mit Neugier erfüllten. Ich begeisterte mich bei der Lektüre und begann mich in liturgischer Kultur zu bilden.

Ich hatte nie gewusst, dass es eine Theologie der Liturgie gab. Immer wieder und wieder las ich das außergewöhnliche Buch von Kardinal Ratzinger: Der Geist der Liturgie und seine Essays über liturgische Fragen gelesen. Ich glaube, ich habe sie alle mehrmals gelesen. Im Jahr 2007 veröffentlichte ich ein Buch über die Eucharistie (Introduzione al Mistero eucaristico. Dottrina – Liturgia – Devozione ).

„In der Tat war mein Ansatz immer noch theologisch-dogmatische, aber dank der neuen Studien konnte ich die fruchtbare Verbindung zwischen Lehre, Liturgie und Frömmigkeit besser sehen.

Darüber hinaus kam das Buch fast gleichzeitig mit dem Apostolischen Schreiben „Sacramentum caritatis“ heraus, das genau diese drei Dimensionen entwickelt. Es war für mich eine außerordentliche Bestätigung der Studie und meiner Entscheidung, das Buch zu schreiben“, erklärte Prof. Gagliardi.

Im Jahr 2008 wurde er auch zum Berater für das Amt der Liturgischen Feiern des Papstes ernannt. Für Gagliardi ist es in der modernen Welt zumindest der westlichen Welt, die immer weiter entfernt von Glauben und Religion zu entfernt sein scheint, notwendig, an einige Stärken des Christentums zu erinnern, „und unter diesen ist eine sicherlich der göttliche Kult oder die heiligen Liturgie“.

„Zeitweise war man der Meinung, dass man angesichts der Herausforderungen des ‚säkularen Stadt’ auch das Christentum, wenn damit es akzeptiert werden könne, säkularisieren müsse“, und es scheint ihm, „dass es in vielen Fällen ein langfristiger Trend ist, sie fast zu ‚entzaubern’, damit sie menschlicher und weniger göttlich ist, so dass die Menschen sie besser erfassten könnten, was ja der typischen Mentalität und Kultur unserer Zeit entspricht“.

„Es ist klar, dass Liturgie sich nach und nach gestaltet und sich im Laufe der Jahrhunderte verändert, auch durch den Einfluss der Kultur. Man muss jedoch vorsichtig sein und überprüfen, ob diese Veränderungen der Tradition entsprechen, also klären, wann sie positiv sind und wann nicht. Aber gerade in einer Welt, in der man oft weit davon entfernt ist, Gott zu antworten, müssen wir noch mehr zu einer wahrhaft göttlichen und heiligen Liturgie kommen“.

Angesichts der Tatsache, dass viele Gläubige die Verarmung der gegenwärtigen Praxis der liturgischen Feiern beklagen, rät Gagliardi sich auf die „eine theologische und liturgische Wahrheit“ zu besinnen, „um die sich alles dreht. Der Hauptakteur der heiligen Liturgie ist nicht das Individuum oder die Gemeinschaft -, die jedoch eine Rolle spielt- sondern der dreieinigen Gott und Christus. Alles steckt darin. Das ist wirklich wichtig“, betont er.

Jede Geste, jede Einstellung, jede Haltung von Körper und Geist, jedes Objekt, das in der Liturgie verwendet wird, müssen ein Ausdruck dieser Tatsache sein: Wir feiern nicht uns selbst und unsere Gemeinschaft. Unser Gottesdienst ist auf Gott, den Vater gerichtet, und vollzieht sich durch Jesus Christus, im Heiligen Geist. Dieser Gottesdienst in Geist und Wahrheit heiligt uns und eröffnet uns das ewige Leben.

[Von Antonio Gaspari. Aus dem Italienischen übertragen von Angela Reddemann]

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