ROM, 30. November 2009 (ZENIT.org).- Aus dem Südosten Brasiliens, konkret der Region „Drei Süd " sind sie gekommen. Die Bischöfe der Bundesländer Rio Grande do Sul und Santa Catarina im Südosten von Brasilien sind ab sofort zur visitatio ad limina apostolorum im Vatikan.
ZENIT sprach mit Monsignore Alessandro Ruffinoni, Weihbischof der Erzdiözese von Porto Alegre, eine Erzdiözese mit 3.500.000 Einwohnern, der seine pastorale Arbeit schwerpunktmäßig auf Zuwanderer ausgerichtet hat. Der Weihbischof beteiligte sich an der Konferenz über „Aktuelle Herausforderungen einer Kirche unterwegs", die letzte Woche an der päpstlichen Universität Urbaniana in Rom stattfand.ZENIT: Mit welchen Erwartungen kommen Sie zu diesem Ad-limina-Besuch?
--Msgr. Ruffinoni: Wir sind viele Bischöfe, weil wir von den Rio Grande Staaten und aus Santa Catalina kommen. Seit Freitag haben wir angefangen uns mit verschiedenen Kongregationen und Dikasterien zu treffen, um über die gegenwärtige Situation unserer Regionen zu sprechen. Wir werden auch die Schwierigkeiten darlegen, mit denen wir zu kämpfen haben und wollen vor allem hören, was sie uns empfehlen. Wir lieben unsere Arbeit als Bischöfe und Pfarrer. Dies ist mein erster Ad-limina-Besuch, weil ich erst vor vier Jahren zum Bischof geweiht worden bin. Es ist für mich eine spannende Zeit, vor allem die Begegnung mit dem Papst.
ZENIT: Welches sind die größten Herausforderungen für die Evangelisierung in der Erzdiözese von Porto Alegre und dieser Region von Brasilien?
Msgr. Ruffinoni: Porto Alegre ist eine Erzdiözese mit 3.500.000 Einwohnern. Es ist eine große Region, wo die wichtigsten Herausforderungen in der Ausbildung des Klerus, in der Steigerung der Priesterzahlen, dem Zuwachs der Sekten und vor allem die Weiterbildung unserer Laienmitarbeiter zu Ausbildungsleitern für andere Laien liegen, denn wir vertrauen ihnen viele pastorale Aufgaben an. Sie müssen sich selbst und andere darauf vorbereiten andere Religionsgemeinschaften zurückzuweisen, die Gesundheit und Erfolg versprechen. Manchmal, wenn Leute wegen ihrer Krankheit verzweifelt sind, fällt es den Sekten sehr leicht diese für sich zu angeln.
-Wie entfaltet sich die Migrantenseelsorge in Porto Alegre und Brasilien?
Msgr. Ruffinoni: Migrantenseelsorge gibt es in allen Diözesen. Jedes Jahr im Juni haben wir eine Immigrantenwoche. Es gibt viele Ausländer und Einheimische. Unsere Region hat viele Nachbarländer: Argentinien, Chile, Paraguay und auch viele östliche Länder. Aber die meisten kommen aus anderen Bundesstaaten, um Arbeit und bessere Lebensverhältnisse zu finden, denn Rio Grande do Sul gilt wirtschaftlich gesehen als eine der fortschrittlichsten Bundesländer.
ZENIT: Wie sehen Sie in dieser Region die Chancen für eine Umsetzung der V. Konferenz der lateinamerikanischen Bischöfe und der Karibik, die im Jahr 2007 in Aparecida stattfand?
Msgr. Ruffinoni: Es ist ein Dokument, das fachgemäß in die Tat umgesetzt werden muss. Darin ist viel die Rede von pastoraler Bekehrung. Es ist wichtig, pastoral so zu arbeiten, wie früher. Aparecida lädt Priester, Bischöfe und uns Christen zur Umkehr ein und dann zu einer pastoralen Wandlung: Wie gehen wir mit den uns zur Verfügung stehenden Strukturen um, wie können sie besser genutzt werden, wie kann man jenen Menschen besser begegnen und sie aufnehmen, die Durst nach Gott haben. Dies ist eine große Herausforderung von Aparecida und der kontinentalen Mission. Vollzeit Evangelisierung wird die Verpflichtung für die lateinamerikanische Kirche sein: Den Geschwistern zu begegnen, die uns nahe sind und diejenigen, die sich vom Glauben entfernt haben.
[Von Carmen Elena Villa, Übersetzung von Susanne Czupy]
















