ZG10012607 - 26.01.2010
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Papst ist überzeugt: Gebet und Dialog kann Trennung unter Christen überwinden


Benedikt XVI. beschließt die Gebetswoche für die Einheit der Christen


ROM, 26. Januar 2010 (ZENIT.org).- Die Ökumene lebe im gemeinsamen Engagement für "die Bewahrung der Schöpfung, die Förderung des Allgemeinwohls und des Friedens, die Verteidigung der zentralen Stellung der menschlichen Person, der Einsatz für den Sieg über die Nöte unserer Zeit, insbesondere über Hunger, Elend, Analphabetismus und die ungerechte Verteilung der Güter".

In seiner Ansprache bei der feierlichen Vesper in der Päpstlichen Basilika St. Paul vor den Mauern zeigte sich der römische Pontifex davon überzeugt, das die Trennung unter Christen durch Gebet und Dialog überwunden werden kann.

 

Die ökumenische Vesper am Abend des vergangenen Festtages der Bekehrung des Völkerapostel Paulus bildet den Abschluss der Gebetswoche für die Einheit der Christen 2010.

In seiner Predigt vor den Vertretern der anderen Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften in Rom betonte der Papst eindringlich, dass die Gemeinschaft und die Einheit der Jünger Christi besonders wichtige Bedingungen für eine größere Glaubwürdigkeit und Wirksamkeit des christlichen Zeugnisses seien.

„Alle sollen eins sein, damit die Welt glaubt“: mit diesen Worten Jesu aus dem Evangelium des Johannes ermahnte Benedikt XVI. alle Christen zur Einheit und forderte eine neue und intensive Evangelisierung, die „nicht nur bei den Völkern, die das Evangelium noch nie kennen gelernt haben, sondern auch bei jenen, in denen das Christentum verbreitet ist und ein Teil ihrer Geschichte ist“.

Das vergangene Paulusjahr sei eine Chance gewesen, die Persönlichkeit eines außerordentlichen Verkündiger des Evangeliums und den Missionsauftrag aller Christen zu vertiefen. Paulus habe nicht gezögert, sich motiviert durch seine persönliche Begegnung mit Jesus auf dem Weg nach Damaskus Apostel zu nennen. Das Zeugnis des Paulus, der sein Leben für die Mission hingegeben habe, finde seinen Höhepunkt im Martyrium.

Dieselbe Dynamik der Erfahrung des Paulus könne im Abschnitt aus dem Evangelium über die Emmausjünger festgestellt werden, die zum Zeugnis für Christus dränge. Dieses Zeugnis entstehe „damals wie heute aus der Begegnung mit dem Auferstandenen“, es nähre sich aus der beständigen Beziehung mit ihm und werde aus der aus der tiefen Liebe zu ihm beseelt.

Das Thema der diesjährigen Gebetswoche – „Ihr seid Zeugen dafür“ (Lk 24,48) – sei mit der Erinnerung an den 100. Jahrestag der Missionskonferenz von Edinburgh in Schottland verbunden (1910), die von vielen als ein entscheidendes Ereignis für das Entstehen der modernen ökumenischen Bewegung betrachtet werde. Ziel des damaligen Treffens sei es gewesen, um gemeinsam über die Notwendigkeit des Erreichens der Einheit nachzudenken, damit das Evangelium glaubwürdig verkündigt werde.

Von dieser Einheit hänge die Glaubwürdigkeit der Christen ab, so der Papst: „Die Gemeinschaft und die Einheit der Jünger Christi sind besonders wichtige Bedingungen für eine größere Glaubwürdigkeit und Wirksamkeit ihres Zeugnisses“.

Die Intuition von Edinburgh sei auch im Abstand eines Jahrhunderts noch immer sehr aktuell, dies vor allem in „einer von religiöser Gleichgültigkeit und sogar von einer wachsenden Ablehnung gegenüber dem christlichen Glauben gekennzeichneten Welt“.

Leider fehle es nicht an Problemen, die die Christen untereinander trennen und von denen zu hoffen sei, dass sie durch Gebet und Dialog überwunden werden können. Der zentrale Inhalt der Botschaft Jesu jedoch könne gemeinsam verkündet werden: „ die Vaterschaft Gottes, der Sieg Christi durch sein Kreuz und seine Auferstehung über Sünde und Tod, das Vertrauen in das verwandelnde Wirken des Geistes“.

„Während wir unterwegs zur vollen Gemeinschaft sind, sind wir berufen, ein gemeinsames Zeugnis angesichts der immer komplexeren Herausforderungen unserer Zeit zu geben: der Säkularisierung und der Gleichgültigkeit, des Relativismus und des Hedonismus, der heiklen ethischen Themen bezüglich des Anfangs und des Endes des Lebens, der Grenzen der Wissenschaft und der Technologie, des Dialogs mit den anderen religiösen Traditionen“.

Es gebe außerdem weitere Felder, in denen von jetzt an ein gemeinsames Zeugnis gegeben werde müsse: „die Bewahrung der Schöpfung, die Förderung des Allgemeinwohls und des Friedens, die Verteidigung der zentralen Stellung der menschlichen Person, der Einsatz für den Sieg über die Nöte unserer Zeit, insbesondere über Hunger, Elend, Analphabetismus und die ungerechte Verteilung der Güter“.

Abschließend hob Benedikt XVI. hervor, dass der Einsatz für die Einheit der Christen weder die Aufgabe von einigen wenigen, noch eine Nebentätigkeit der Kirche sei.

„Jeder ist dazu berufen seinen Beitrag zu leisten, um jene Schritte zu gehen, die zur vollen Gemeinschaft unter allen Jüngern Christi führen, ohne dabei je zu vergessen, dass diese vor allem Geschenk Gottes ist, um das wir unablässig bitten müssen.“

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