ZG10012610 - 26.01.2010
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Kirche führt bisher größte Umfrage im Nahen Osten durch


Vorbereitung auf die Bischofssynode


Von Jesús Colina

ROM, 26. Januar 2010 (ZENIT.org).-Die bislang größte soziale und religiöse Umfrage im Nahen Ostern, wird ab jetzt in Vorbereitung auf die erste Synode der Bischöfe aus dem Nahen Osten, die vom 10. bis 24. Oktober dieses Jahres in Rom stattfinden wird, durchgeführt.

Das Generalsekretariat der Synode versandte die sog. „Lineamenta“ (vorbereitendes Dokument) an alle betreffenden Diözesen, die von den Mitgliedern des präsynodalen Rates (acht Patriarchen, vier Mitglieder der römischen Kurie, sowie den Vorsitzenden der Bischofskonferenzen in der Türkei und Iran) zusammengestellt wurde und die Themen für das bischöfliche Gipfeltreffen liefert, dem Papst Benedikt XVI. vorstehen wird.

Die Themen drehen sich rund um das Motto „Die katholische Kirche im Nahen Osten: Gemeinschaft und Zeugnis“, abgeleitet von der Bibelstelle „die Gemeinde der Gläubigen war ein Herz und eine Seele.“ (Apg 4, 32). In der Umfrage werden konkrete Fragen gestellt, deren Antworten in den Entwurf des sog. „Instrumentum laboris“ (Arbeitsdokument der Synode) einbezogen werden sollen.

Im Gegensatz zu einer traditionellen Umfrage werden vom Vorbereitungsteam keine Antworten auf die Fragen, die in vier Sprachen entsandt werden (Arabisch, Französisch, Englisch und Italienisch), vorgeschlagen.

Zum Beispiel das Kapitel über „Die katholische Kirche im Nahen Osten“, in einem Umfeld mit muslimischer Mehrheit, stellt unter anderem folgende Frage: „Wie können wir dazu beitragen, dass die Achtung der Religionsfreiheit und der Gewissensfreiheit zunimmt?"

Das Dokument behandelt mit der Problematik: „Was kann getan werden, um die Auswanderung der Christen aus dem Nahen Osten zu stoppen oder zu verringern?“ eine der größten Herausforderungen der Katholiken vor Ort.

Mit der Analyse der schwierigen politischen Gegebenheiten im Nahen Osten stellt sich das Dokument sie Frage: „Kümmern sich unsere Kirchen um die Ausbildung von verantwortlichen Christen, die einen Beitrag für das soziale und politische Leben unserer Länder leisten können? Was könnten sie tun?”

Das Kapitel „Die Gemeinschaft der Kirche“ spricht den Punkt an: „Wirft die Haltung der Geistlichen zum Thema Geld Probleme auf?"

Im Bezug auf die Zukunft der Kirche im Nahen Osten stellt der Abschnitt über „Das christliche Zeugnis“ einfache, aber entscheidende Fragen, wie zum Beispiel: „Bereitet die Katechese unsere Jugend darauf vor, den Glauben zu verstehen und zu leben?“ Oder „sind Sie der Ansicht, dass die liturgischen Texte neu formuliert werden sollten?“

Auf einer Synode des Nahen Ostens darf die Problematik der Beziehungen zum Islam und dem Judentum nicht ausgelassen werden. Die „Lineamenta“ behandelt sie folgendermaßen: „Wie müssen die Beziehungen mit dem Judentum als Religion interpretiert werden, und wie können der Friede und die Beendigung des politischen Konflikts gefördert werden? In welchen Bereichen könnte die Zusammenarbeit mit Muslimen gefördert werden?“

Zum Abschluss gibt das Dokument den Befürchtungen vieler Katholiken in dieser Region Stimme: „Warum haben wir Angst vor der Zukunft?“ Das Dokument gibt zu, dass die Stimmung innerhalb der christlichen Minderheit, sogar bei einigen Priestern, zwischen Angst und Entmutigung tendiert.

Aber die Synode will den Jüngern Christi in ihrem Land Hoffnung machen, darum fragt sie: "Wie kann unser Glaube in Politik und Gesellschaft Gestalt annehmen?“ „Glauben wir, dass wir eine besondere Berufung im Nahen Osten haben?“

Obwohl bekanntlich die ersten und autorisierten Empfänger der „Lineamenta“ die Bischöfe und Bischofskonferenzen sind, kann jedoch die Referenzbasis frei erweitert werden. Nachdem alle Vorschläge, Reaktionen und Antworten gesammelt und zusammengefasst wurden, werden die Bischöfe einen Bericht mit verschiedenen Aspekten zu den Themen der „Lineamenta“ an das Generalsekretariat der Synode schreiben, damit sodann das „Arbeitsdokument“ zusammengestellt werden kann.

[Aus dem Spanischen übersetzt von Susanne Czupy]

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