KAIRO, 8. Februar 2010 (ZENIT.org).- Der Volksentscheid zum Minarettverbot in der Schweiz sei von den Muslimen in Ägypten ohne Widerspruch akzeptiert worden. Der Seelsorger für die deutschsprachigen Katholiken in Ägypten, Monsignore Joachim Schroedel, bestätigte im Gespräch mit dem weltweiten katholischen Hilfswerk "Kirche in Not" die Gelassenheit der mehrheitlich muslimischen Ägypter. Es habe in dem Land am Nil keinerlei Demonstrationen gegen das Verbot gegeben, und die Muslime hätten die Entscheidung akzeptiert, ohne dass eine "negative Stimmung" gegen Christen aufgekommen wäre.
Entscheidend sei dabei gewesen, dass in der Schweiz nicht der Islam oder eine Moschee an sich verboten worden sei, sondern nur die Art der Umsetzung, betonte Schroedel. Ähnliches sei auch beim Kopftuch-Verbot an Schulen und Universitäten in Frankreich zu bemerken gewesen. Auch mit dieser Vorgabe hätten sich die Muslime in Ägypten ohne weiteres abgefunden, die selbst in dieser Frage gespalten sind. Während das Tragen des Kopftuchs im staatlich-ägyptischen Fernsehen verboten ist, betrachten islamische Autoritäten am Nil eine Verschleierung als göttliche Anweisung. Im interreligiösen Dialog sei es daher manchmal besser, klare Grenzen abzustecken und hinter der eigenen christlichen Identität zu stehen. Damit erreiche man auf lange Sicht mehr Akzeptanz bei den Muslimen als mit übertriebener Toleranz, so lange man "freundschaftlich die Hand zur Versöhnung ausgestreckt" lasse, betonte Schroedel. (mk)
















