ROM, 8. Februar 2010 (ZENIT.org).- Von einer "Diffamierungskampagne gegen den Heiligen Stuhl" ist in einem heute veröffentlichten Kommunique des Staatssekretariats die Rede, mit dem der Vatikan sein Schweigen angesichts einer ausufernden Medienkapagne bricht, dessen Opfer zuerst der Chefredakteur der katholischen Tageszeitung L'Avvenire, Dino Boffo, wurde und jetzt der Direktor des „L’Osservatore Romano“ und die Gendarmerie des Vatikans sind.
Der 58-Jährige Dino Boffo, der im Dienst der Bischofskonferenz steht, hatte vor einigen Monaten nach einer beispiellosen Schmutzkampagne der Zeitschrift "Il Giornale", die zum Medienimperium Berluscon gehört, seinen Rücktritt eingereicht.
Giornale-Chefredakteur Vittorio Feltri war einem gefälschten Gerichtsdokument aufgesessen, das Boffo als "Homosexuellen mit polizeibekannten Umtrieben" bezeichnete. Das Kuvert, so wusste der italienische Boulevard, sei Feltri von einem Gendarmen des Vatikans überbracht worden. Mittlerweile hat sich Feltri für diese Verleumdung entschuldigt, aber die Medienlawine rollt weiter durch Italien.
So sah sich das Staatsekretariat zu einer Stellungnahme gezwungen, die wir im Folgenden veröffentlichen:
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Kommuniqué des Staatssekretariats
Seit dem 23. Januar vermehren sich vor allem in vielen italienischen Medien Meldungen und Rekonstruktionen, welche die mit dem Rücktritt des Direktors der italienischen katholischen Zeitung „Avvenire“ verbundenen Umstände betreffen, dies mit der offensichtlichen Absicht, eine Verwicklung in die Angelegenheit seitens des Direktors des „L’Osservatore Romano“ nachzuweisen; dabei ist es so weit gekommen, sogar eine Verantwortung des Kardinalstaatsekretärs zu unterstellen. Diese Nachrichten und Rekonstruktionen sind absolut unbegründet.
Im Einzelnen ist es falsch, dass Verantwortliche der vatikanischen Gendarmerie oder der Direktor des „L’Osservatore Romano“ Dokumente weitergegeben haben, die den Grund für den am 3. September 2009 erfolgten Rücktritt des Direktors des „Avvenire“ gebildet hätten; es ist falsch, dass der Direktor des „L’Osservatore Romano“ Informationen zu diesen Dokumenten weitergegeben oder diese bestätigt hätte, und es ist falsch, dass er unter einem Pseudonym Artikel in anderen Zeitungen geschrieben oder inspiriert hätte.
Aufgrund der Tatsache, dass sich die unglaublichsten Argumentationen und Hypothesen vermehrt haben und diese in den Medien in einer wirklich einzigartigen Einmütigkeit wiederholt wurden, scheint es offensichtlich zu sein, dass alles auf unbegründeten Überzeugungen beruht, verbunden mit der Absicht, dem Direktor des „L’Osservatore Romano“ willkürlich und verleumderisch ein unbegründetes, irrationales und bösartiges Handeln zu unterstellen. Dies gibt Anlass zu einer Diffamierungskampagne gegen den Heiligen Stuhl, die den Papst selbst mit einbezieht.
Der Heilige Vater Benedikt XVI., der immer informiert worden ist, beklagt diese ungerechten und beleidigenden Angriffe, erneuert seinen Mitarbeitern sein vollstes Vertrauen und betet, dass sich diejenigen, denen das Wohl der Kirche wirklich am Herzen liegt, mit allen Mitteln dafür einsetzen, dass sich Wahrheit und Gerechtigkeit behaupten.
Aus dem Vatikan, 9. Februar 2010
















