Von Angela Reddemann
ROM, 12. März 2009 (ZENIT.org).- Es geht nicht darum, als Christ Opfer zu bringen, um Götter zu besänftigen. Was der „Prediger des Päpstlichen Hauses" heute mitten in der Fastenzeit verkündet, ist das „total Neue" des Christentums: Christus habe sich selbst ein für alle Mal als Opfer dargebracht, alle Sünden gesühnt und Versöhnung gestiftet.
Als Mitglied Päpstlichen Familie wird Pater Cantalmessa nicht müde, diese Botschaft zu wiederholen. Wie eine Grundmelodie durchzieht sie seine Verkündigung. Als praktizierender Charismat schafft er es immer wieder, sie in jedem Thema, das ihm angetragen wird, durchklingen zu lassen: „Beim Übergang vom alten Opfergedanken zum Opfer Christi finden wir dieselbe Neuheit, wie beim Übergang vom Gesetz zu Gnade, als reine Gabe, wie wir es in einer früheren Meditation erklärt haben", so der Kapuzinerpater. „Weg von den Werken des Menschen, um Götter zu besänftigen und so sich selbst aus eigener Kraft zu versöhnen, erleben wir das Opfer als ein Geschenk Gottes an die Menschen: Es will Frieden bringen und ihn dazu bringen, abzulassen von jeder Gewalt und so mit sich selbst in Einklang zu kommen (vgl. Kol 1,20)".
Er ist der Mann, dem die besondere Aufgabe obliegt, im Advent und in der Fastenzeit dem Papst und der Römischen Kurie in besonderer Weise Anliegen der Betrachtung vorzulegen, und er weiß, was es heißt, den Vatikan zur Bekehrung, zur Veränderung einzuladen.In diesem Jahr geht es ihm um die „ars celebrandi" Priester. Er plaudert aus seiner Erfahrung, wie er mit versunkenem Blick die Konsekrationsworte als junger Priester solange gesprochen habe, bis er entdeckte: Wer hier spricht ,ist Jesus Christus selber. Wie Jesus zu feiern, der alle Menschen, Welt und Schöpfung in sich aufgenommen habe, hieße seitdem für ihn: mit offenen Augen die feiernde Gemeinde anzuschauen.
Wie P. Raniero haben schon Unzählige vor ihm versucht, durch die Kraft der Wortverkündigung, innere Bewegung in die Kurie zu bringen. Der Titel und das Amt des Predigers des Päpstlichen Hauses (bis 1968: des Päpstlichen Hofes) gehen auf die Zeit Papst Pauls IV. (16. Jahrhundert) zurück.
"Wer ist eigentlich der Hauptzelebrant einer Eucharistiefeier?" fragt der Kapuzinerpater die Anwesenden zu früher Morgenstunde heute im Vatikan. Raniero Cantalamessa OFMcapp gibt in der in der Kapelle „Redemptoris Mater" seine Antwort darauf: "Wer wirklich auf unsichtbare Weise jeder Messe vorsteht, ist der auferstandene und lebendige Jesus, der Jesus, um genau zu sein, der gestorben war, jetzt aber für immer lebt (vgl. Apg 1,18)".
Das biblische Thema "Christus bringt sich selber Gott dar" ist für ihn von enormer bleibender Brisanz. Hat man überhaupt verstanden, um wen es sich da handelt: "Dieser Jesus aber ist der 'ganze Christus', Haupt und Leib, die untrennbar miteinander vereint sind. Wenn es also dieser ganze Christus ist, der die Konsekrationsworte spricht, so spreche auch ich sie mit ihm. Im großen 'Ich' der Hauptes ist das kleine 'Ich' des Leibes verborgen, der die Kirche ist, es ist da auch mein eigenes so kleines 'Ich' gegenwärtig", so der Päpstliche Hofprediger vor Papst Benedikt XVI. und den Mitarbeitern der Römischen Kurie.
Wer diesen Moment besonders miterleben will, kann der Kapelle „Redemptoris Mater" am kommenden Freitag ab 9 Uhr im Apostolischen Palast einen virtuellen Besuch abstatten: http://www.vatican.va/redemptoris_mater/index.htm.
















