Von Michaela Koller
CANNES, 27. Mai 2010 (ZENIT.org).- Bei den diesjährigen Filmfestspielen im südfranzösischen Cannes hat ein Film über Mönche, die in den neunziger Jahren in Afrika den Märtyrertod erlitten, die zweithöchste Auszeichnung bekommen. „Über Götter und Menschen", heißt der Film des französischen Regisseurs Xavier Beauvois, der sich darin mit der wahren Geschichte von sieben französischen Zisterziensern auseinandersetzt. Im Jahr 1996 waren sie von islamischen Fundamentalisten in Geiselhaft genommen und ermordet worden.
Die Mönche waren bei ihrer Herde geblieben: Warnungen und die dringende Bitte in ihre Heimat zurückzukehren hatten sie ausgeschlagen und waren in den algerischen Bergen geblieben, wo sie den Märtyrertod bewusst in Kauf nahmen. Vorigen Sonntag erhielt das Porträt über sie die Auszeichnung „Grand Prix", die zweithöchste des Festivals.
Bei der Premiere, so zitiert die US-amerikanische Nachrichtenagentur Catholic News Agency die britische Filmkritikerin Kate Muir, weinten die Zuschauer. Als „die intensivste Leidenschaft" bezeichnete Muir den Film. Dieser zeigt das kontemplative Leben der Ordensmänner im Dienst an den Armen. In Freundschaft mit ihrer Umgebung, erlebten sie relativem Frieden, bis der Konflikt zwischen der Regierung und den gewaltbereiten Extremisten aufflammte.
In der Begründung für die Preisverleihung hieß es: „Die tiefe Humanität der Mönche, ihre Achtung vor dem Islam und ihre Großzügigkeit gegenüber ihren Dorfnachbarn geben uns den Grund für unsere Wahl. Dieser Film von großem künstlerischem Wert gewinnt durch eine bemerkenswerte Gruppe von Darstellern und folgt dem täglichen Rhythmus von Arbeit und Liturgie." Bei dem Guerillakrieg der Islamisten von 1992 bis 2002 sind in Algerien offiziellen Angaben zufolge ungefähr 120.000 Menschen ums Leben gekommen.
















