ZG10072807 - 28.07.2010
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Katholische Kirche auf den Philippinen hofft auf politische Reformen


Verhaltenes Lob nach erster Rede zur Lage der Nation


Von Michaela Koller

MANILA, 28. Juli 2010 (ZENIT.org).- Die katholischen Bischöfe auf den Philippinen haben auf die erste Rede des neuen Präsidenten Benigno Aquino zur Lage der Nation mit verhaltenem Lob reagiert. Sein Ankündigungen erfüllten bislang noch nicht ganz die Erwartungen der Ortskirche des überwiegend katholischen Inselstaats. Die Bischöfe hoffen auf Verbesserung in den Bereichen Landreform, Beschäftigungs- und Umweltpolitik, Bevölkerungskontrolle und Informationsfreiheit.

Wie die Nachrichtenagentur Asianews berichtet, griff Aquino in seiner Ansprache seine Vorgängerin Gloria Arroyo scharf an, die im Haushaltsjahr 2009 bis 2010 ein Defizit von 4,3 Milliarden US-Dollar hinterlassen habe. Er versprach die Einrichtung einer Wahrheitskommission zur Untersuchung von Korruption in der Regierung. Zugleich sicherte er eine Kampagne zu, um außergerichtliche Tötungen zu unterbinden, die mit Billigung oder Wissen staatlicher Organe stattfinden.

Aquino, dessen Mutter bereits von 1986 bis 1992 Präsidentin des Landes war, appellierte an das philippinische Volk, mit Hoffnung und Vertrauen auf die Gnade Gottes in die Zukunft zu blicken, und versprach zugleich, dass seine Regierung nicht die Fehler seiner Vorgänger wiederholen werde. Zu den vorrangigen politischen Zielen zählte er ein Friedensabkommen mit muslimischen Rebellen im Süden des Inselstaats auf Mindanao, eine Gesundheitsreform sowie Steuerstabilität.

Der emeritierte Erzbischof von Lingayen-Dagupan auf der Hauptinsel Luzon, Oscar Cruz, befand die Rede des Präsidenten für klug und realistisch, sich an den Wahrheit, Gerechtigkeit und Frieden ausrichtend. Er stimmte mit der Analyse Aqunios hinsichtlich der dramatischen wirtschaftlichen Situation überein. Die Ortskirche hatte die ökonomische Lage zu unterschiedlichen Gelegenheiten kritisiert und versucht, durch eigene Bemühungen einen Wandel herbeizuführen.

Bischof Martin Jumoad von Isabela de Basilan, einer Diözese auf Mindanao, teilt diese Auffassung. Der Hirte eines armen Bistums lobte den Vorsatz, die medizinische Versorgung auszudehnen. Darüber hinaus hofft er natürlich auf einen erfolgreichen Ausgang des Friedensprozesses mit den muslimischen Guerillos, die auch im Gebiet seiner Diözese operieren.

Der Weihbischof der Diözese Cotabato, Jose Colin Bagaforo, hingegen, erwartete eine klare Position hinsichtlich des Themas Verhütung. Eine Gesetzesvorlage, die auf den Philippinen sehr umstritten ist, sieht die Verteilung von künstlichen Kontrazeptiva in öffentlichen und sogar privaten Schulen vor. In der Ablehnung dieser geplanten Regelung waren sich die Kirche mit der früheren Regierung einig.

Auch Weihbischof Broderick Pabillo von Manila ist weniger begeistert davon, wie sich der neue Präsident einführte: Als Verantwortlicher für soziale Belange in der philippinischen Bischofskonferenz erwartete er konkrete politische Ankündigungen hinsichtlich Informationsfreiheit, Landreform, Arbeitsbeschaffung, Umweltpolitik und auch im Hinblick auf die Gesetzesvorlage zur „reproduktiven Gesundheit", das heißt zur künstlichen Verhütung. Der Bischof hoffte anfänglich, dass die Rede einen Wandel einläuten und den Filipinos „die wahre Situation" vor Augen führen werde.

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