KIEW, 28. Juli 2010 (ZENIT.org).- Das Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche, Patriarch Kyrill I. von Moskau, hat vom 20. bis 28. Juli die Ukraine besucht. Seine Reise ins Nachbarland Russlands fand unter starker Präsenz russischer Medien statt, die zugleich Ministerpräsident Wladimir Putins Aufenthalt dort verfolgten. Ukrainische Orthodoxe streben seit mehr als 100 Jahren Selbständigkeit an, weshalb der Besuch des Patriarchen auch diesmal wieder heikel und von Protesten begleitet war.
Patriarch Kyrill strebt die Einheit der Orthodoxen in der Ukraine an. Er wandte sich während seines Aufenthaltes in Odessa, wo eine russische Mehrheit lebt, erstmals gegen den Nationalismus als „gefährliches Instrument, um Gesellschaften aufzubauen". Diese lebten unter der andauernden Bedrohung durch Gewalt, warnte das Oberhaupt in der gespannten Situation der Stadt an der Schwarzmeerküste. Die Alternative zu einem Fanatismus von Grenzen, Rasse und Ethnizität seien die westlichen multikulturellen Gesellschaften, aber auf einer festen Struktur aufbauend.
„Selbst in den stärksten multiethnischen Gesellschaften, wie in den USA, gibt es immer eine dominierende Kultur, in diesem Fall die angelsächsische Kultur: Für Russland und die Ukraine ist dies die orthodoxe Kultur", sagte Kyrill I., der an deren zentrale Werte erinnerte: „Gutherzigkeit, das Fehlen bösen Willens, Opfergeist und die Bereitschaft anderen zu helfen." Der „dritte Weg" werde dann verwirklicht sein, wenn die Mitglieder einer Gesellschaft gemäß des „göttlichen Gesetzes der Liebe" lebten. (mk)
















