Von Gisèle Plantec
LONDON, 28. Juli 2010 ( Zenit.org ).- Lord Christopher Patten, der Verantwortliche der Regierung und persönliche Vertreter des Premierministers David Cameron für die Vorbereitungen des Staatsbesuches des Papstes, ist davon überzeugt, dass dieser Besuch „außerordentlich erfolgreich" sein werde. Er sei sich sicher, dass alle, die zuerst Kritik an der Reise geäußert hätten, schließlich über deren Bedeutsamkeit erstaunt sein würden.
Knapp sechs Wochen vor der bevorstehenden Reise Benedikts XVI. nach Großbritannien arbeiten die Vertreter der Kirche und die staatlichen Behörden Englands eng zusammen, damit der Besuch des Papstes vom 16. bis 19. September ein voller Erfolg wird.
Lord Patten stellte in einem Interview mit Radio Vatikan die Bereiche heraus, in denen Kirche und Staat zusammenarbeiten, „Ich bin davon überzeugt, dass alle Vorbereitungen, die von der Regierung, den lokalen Regierungen und den Bischofskonferenzen von Schottland und England getroffen wurden, den Papst-Besuch zu einem außerordentlichen Erfolg werden lassen", sagte er gegenüber Radio Vatikan.
Patten hoffte, dass „der Besuch nicht nur den Katholiken ermöglicht, sich in den pastoralen Veranstaltungen mit dem Papst sehr verbunden zu fühlen", sondern „auch eine Gelegenheit bietet, um zu zeigen, dass die Regierung eines Landes mit überwiegend nicht-katholischer Bevölkerung über ein sehr umfangreiches Programm der Zusammenarbeit mit der katholischen Kirche verfügt". Lord Patten führte als Themen von gemeinsamem Interesse die nachhaltige Entwicklung, den Klimawandel, die Abrüstung und die interreligiösen Beziehungen an.
Auf dem Besuchsprogramm des Papstes steht unter anderem eine Begegnung mit Königin Elisabeth II. in Holyroodhouse in der königlichen Residenz in Edinburgh, ein Gottesdienst im Bellahouston Park in Glasgow und ein Treffen in der Westminster Hall mit Vertretern von Politik, Kultur und Medien.
Lord Patten räumte ein, dass der Besuch des Papstes stark kritisiert worden sei, aber das beunruhige ihn nicht. „Wir leben in einer freien Gesellschaft. Wenn die Menschen friedlich protestieren wollen, haben sie das Recht, dies zu tun". Allerdings nimmt er an, dass es sich bei den Kritikern nur um eine Minderheit handele.
Patten wies auf eine religiöse Intoleranz hin, die sich „vor allem gegen die katholische Kirche wegen ihrer Bedeutung, ihres langen Bestehens und dem Selbstbewusstsein, mit dem sie gewisse Grundwahrheiten (, die wir als die grundlegenden Wahrheiten betrachten) aussagt, richte. „Aber das stört mich nicht sehr. Wir sollten vielmehr konsequent sein, und wenn wir bestimmte Erklärungen abgeben, sollten wir eingestehen, dass wir in der Vergangenheit oft unsererseits intolerant waren".
Um die aktuelle Situation Großbritanniens im geistigen Bereich zu beschreiben, zitierte er den Schriftsteller Julian Barnes: „Ich glaube nicht an Gott, aber ich vermisse ihn!"
Angesprochen auf die Schwierigkeiten bei der Vermittlung der Botschaft des Papstes durch die Medien, die manchmal mehr Interesse an oberflächlichen Details hätten, bekräftigte Lord Patten, dass es in der Tat schwierig sein könne, „die Botschaft zu vermitteln, dass der Glaube kein Problem ist, sondern das beste Mittel, um sich den Herausforderungen des Lebens im 21. Jahrhundert stellen zu können".
Laut Patten dürfte es stattdessen leichter sein, zum Beispiel Nachrichten über soziale Gerechtigkeit zu vermitteln, weil es „ein Interesse der jüngeren Generationen an Fragen der sozialen Gerechtigkeit auf der ganzen Welt gibt". Es sei jedoch sehr wahrscheinlich nicht bekannt, dass „in Subsahara-Afrika 25 Prozent der schulischen Bildung von der Kirche getragen werden und dass 25 Prozent der Gesundheitsversorgung in der Verantwortlichkeit der Kirche und an die Kirche angebundenen Verbänden liegen.
Gerade dank der Anwesenheit des Heiligen Vaters in Großbritannien und vielen anderer wichtigen Sitzungen, die stattfinden werden, werden solche Nachrichten ausdrücklich übermittelt werden", sagte Lord Patten und fügte hinzu, dass er keinesfalls pessimistisch sei.
[Aus dem Französischen übersetzt von Iria Staat]
















