ZG10083101 - 31.08.2010
Permalink: http://www.zenit.org/article-21216?l=german

Katholische und russisch-orthodoxe Kirche umarmen sich


Treffen in Rimini: Kardinal und Metropolit zeigen sich zur Einheit bereit


ROM, 31. August 2010 (Zenit.org).- Eine geschwisterliche Umarmung wurde zum Zeichen der gemeinsamen Bereitschaft zur Einheit zwischen den beiden Kirchen. Am vergangenen Montag kam es beim Auftakt des Internationalen Treffens in Rimini, das am Samstag zu Ende ging zu dieser Geste zwischen den Spitzenvertreter der Katholischen und russisch-orthodoxen Kirche.

Ein Foto mit dem Titel „Europas Brüder" zeigte die Geste der Umarmung zwischen Kardinal Peter Erdő, Erzbischof von Esztergom-Budapest, Ungarn, und Vorsitzende des Rates der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE), und Metropolit Filaret von Minsk und Sluzk und Patriarchalischer Exarch von Weißrussland. Diese Geste zwischen den hochrangigen Kirchenvertretern war einer der Höhepunkte des 31. Treffens für die Freundschaft unter den Völkern, einer alljährlichen Begegnung, die von der katholischen Bewegung „Comunione e Liberazione" (Gemeinschaft und Befreiung) als Träger ausgerichtet wird.

"Möge die Natur sich aufraffen große Dinge zu erwarten und das Herz!"- „Quella natura che ci spinge a desiderare cose grandi è il cuore", war das Motto des 31. Rimin-Treffens. Ein Wort, das der Dichter Albert Camus dem Emperator Caligula in seinem ersten Drama von 1938 in den Mund legt, das ein Drama um die Sinnsuche eines jungen Mannes ist.

Kardinal und Metropolit zeigten diese Geste der Einigkeit, als sie einer Diskussion beiwohnten über das Thema: „Kann ein gebildeter Mensch, ein Europäer unserer Zeit, wirklich an die Göttlichkeit des Sohnes Gottes, Jesus Christus, glauben?"

In vielen Streitfragen im Hinblick auf Europa vertreten die katholische und russisch-orthodoxe Kirche die gleiche Meinung, zum Beispiel hinsichtlich der Herausforderung des Lebens und der Familie, und Religionsfreiheit untereinander. Vor kurzem sei eine apostolische Nuntiatur in Moskau eröffnet worden, und es bestehe eine große Erwartung für ein Treffen zwischen Papst Benedikt XVI. und dem orthodoxen Patriarch Kyrill von Moskau und ganz Russland. Metropolit Filaret beteuerte, dass die Zeit reif sei, für diese Begegnung zwischen Papst und Patriarch. Schon im Jahr 2011 sehe er dazu die Möglichkeit.

Seit einiger Zeit stehen die Kirchen im Dialog miteinander, teils mit Euphorie und teils mit Spannungen. „Nun sind wir in einem Moment der Stabilität angelangt, und es besteht zwischen uns und den Parteien ein offener Dialog. Ich hoffe, dass diese Atmosphäre aufrecht erhalten werden kann", sagte der Metropolit.

Kardinal Erdö wies darauf hin, dass die katholische-orthodoxe Einheit in dogmatischer Hinsicht erlangt werden müsse. „Für mich bedeutet der Umstand, dass wir noch nicht voll und ganz in Gemeinschaft miteinander sind, einen physischer Schmerz", sagte der Kardinal.

In der Diskussion über die Göttlichkeit Jesu, einem Thema aus dem Roman „Dämonen" von F. Dostojewsky, reflektierten die Teilnehmer über die gegenwärtige Situation in Europa. Metropolit Filaret beobachtete, dass Europa sich vollkommen verändert habe. Die Menschen seien voller Zweifel. „Wir müssen beten, damit und der Herr unserem Glauben hilft, denn alles ist möglich für den der glaubt."

Kardinal Erdö zeigte besonders auf die Widersprüchlichkeiten in den Intellektuellen Europas. Atheismus und Marxismus schienen nicht mehr attraktiv zu sein, Pantheismus sei nun der Renner.

„Es gibt nur einen Gott und nur einen Mittler zwischen Gott und Menschen: Jesus Christus. Deshalb müssen wir Boten und Missionare der neuen Evangelisierung Europas sein. Wir müssen eins sein mit unseren christlichen Geschwistern, denn die Einheit verleiht unserem Glaubenszeugnis Kraft und Stärke", betonte der Kardinal.

[Übersetzung aus dem Englischen von Susanne Czupy]

| More

© Innovative Media, Inc.

Die Weiterverwendung der ZENIT-Dienste ist nur mit ausdrücklicher Erlaubnis gestattet.
Wenden Sie sich bitte an info-autorenrechte@zenit.org .



Weiterleiten Beitrag kommentieren
Druckformat PDF-Ansicht
Anfang


ZENIT per E-Mail | RSS | Geschenkabo | Weiterempfehlen | Spende

| Nutzungsbedingungen | Beiträge und Bemerkungen senden | Kontakt aufnehmen | Startseite

© Innovative Media, Inc.