VALLENDAR, 31. August 2010 (ZENIT.org).- Torsten Hartung, ehemaliger Chef einer Autoschieberbande, verurteilter Mörder, ehemaliger Häftling, von Gott persönlich berührt und zum Glauben geführt, war nach Schönstatt gekommen, um bei der Nacht des Heiligtums vor Hunderten von Jugendlichen davon zu erzählen, dass kein Leben zu kaputt und verpfuscht sein kann, dass Gott daraus nicht auch Großes, Berufung oder Glück daraus machen kann.
Bei der Jugendwallfahrt mit dem Thema „Nacht des Heiligtums", die seit dem Weltjugendtag in Köln jedes Jahr im August im Vallendar/Schönstatt stattfindet, spürte man, dass viel Reflexion und viel Vorsehungsglaube dahinter stecken, wenn Torsten Hartung, seinen Weg vom Opfer zum Täter, vom Bekehrten zum Mitarbeiter Gottes erzählt.
Er könne maximal fünf Minuten über Wetter oder Politik reden, danach sei er wieder beim Erzählen von Gott, sagt er, und man nimmt es ihm ab. Sein Zeugnis hat etwas von der Frische und missionarischen Unbekümmertheit des Urchristentums. Und sein Zeugnis kommt an bei den Jugendlichen, die ihn anschließend mit Fragen bombardieren und am Nachmittag seinen Gesprächskreis stürmen.
Eine Fülle von Workshops, Vorträgen, Gesprächskreisen, kreativen und sportlichen Aktivitäten rund um das Thema „Wählen" und „Zukunft" prägt die Veranstaltung.
Der eigentliche Höhepunkt ist für die Teilnehmer wie jedes Jahr der nächtliche Pilgerweg zum Urheiligtum, der kleinen Kapelle, in der vor fast 100 Jahren Pater Kentenich mit einer kleinen Gruppe Jugendlicher Schönstatt begründet hat. Eine nächtliche Vigilfeier im Schein von Fackeln, voller Musik und Stimmung mündet ein in eine ganz persönliche Begegnung der Jugendlichen mit Jesus und Maria im Urheiligtum, für viele der tiefste und wichtigste Moment dieses Wochenendes.
Verbunden mit der Feier des Liebesbündnisses für die Jugend der Welt, das die Schönstatt-Jugend seit dem Weltjugendtag 2005 jährlich erneuert, war die Aussendung von gut 30 jungen Menschen zu den zweiten "misiones" in Deutschland. Das Projekt „misiones - Glauben leben" ist eine Initiative der Jugendgemeinschaften der Schönstatt-Bewegung. Sie werden dabei von Schönstatt-Patres und Marienschwestern als geistlichen Begleitern unterstützt.
„Der Sinn Schönstatts liegt nicht in sich selber, sondern im missionarischen Dienst an der Kirche und an der Gesellschaft", erklärte Pater Heinrich Walter, der Vorsitzende des Generalpräsidiums der internationalen Schönstatt-Bewegung, im Februar 2009. Die Idee der Misiones geht auf Pater Hernán Alessandri in Chile zurück; in der Schönstattjugend von Argentinien und Paraguay wurde dann das Modell entwickelt, das heute in fast allen Ländern Lateinamerikas, in Spanien, Portugal, Italien Jahr für Jahr einige Tausend Jugendliche ein missionarisches Christsein erfahren lässt, das in den Gemeinden, aber auch in ihnen selbst tiefe Spuren zieht. Initiatoren und Lebensträger von „misiones - Glauben leben" in Deutschland sind deutsche Jugendliche und junge Erwachsene, die in Süd- und Mittelamerika misiones erlebt haben und ihre Dynamik und glaubensstärkende Kraft spürten. So entstand der Wunsch diese Idee auch in Deutschland zu realisieren - im September bereits zum zweiten Mal.
Mit einem schwungvollen Gottesdienst endete die Nacht des Heiligtums am Sonntagmittag, verbunden mit der Einladung zum Weltjugendtag in Madrid - den die Schönstattjugend Spaniens und weltweit aktiv mitgestaltet - und zur nächsten Nacht des Heiligtums unmittelbar danach, vom 26. - 28. August 2011.
















