PADERBORN, 1. September 2010 (ZENIT.org).- Ein deutliches Plus verzeichnet das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken für das Geschäftsjahr 2009. Mit 14.719.959,66 Euro liegen die Einnahmen aus Spenden, Kollekten, Vermächtnissen und Erträgen um 15,6 Prozent über dem Vorjahr. Das geht aus dem Geschäftsbericht 2009 hervor, der bei der Sitzung des Generalvorstandes des Diasporahilfswerkes am 1. September in Paderborn vorgestellt wurde.
Ein Anstieg bei der Diaspora-Kollekte von 2.805.463,22 Euro auf 2.899.228,69 Euro sowie ein deutliches Plus bei den zweckgebundenen Spenden zeichnen unter anderem für die Mehreinnahmen verantwortlich. „Es freut mich sehr, dass die notwendige Solidarität mit den Katholiken in der Diaspora unter den Gläubigen in Deutschland präsent ist", erklärte der Generalsekretär des Bonifatiuswerkes, Monsignore Georg Austen. Doch stünden immer weniger freie Mittel zur Unterstützung der Diaspora zur Verfügung, da sich das Spendenverhalten verändere. „Die Menschen spenden heute oftmals zweckgebunden für ein konkretes Projekt", beschrieb er eine Tendenz der letzten Jahre. Durch langfristige Vermächtnisse müssten deshalb die geringer ausfallenden ungebundenen Spenden stabilisiert werden.
Bezogen auf den im Vergleich zum Vorjahr deutlichen Anstieg der zweckgebundenen Spenden verwies Monsignore Austen auf die große Solidarität der Katholiken in Deutschland mit dem Bau der neuen Propsteikirche in Leipzig. „In einer Stadt, in der über 80 Prozent der Bewohner keiner christlichen Konfession angehören, bekennen sich damit die Katholiken zu ihrer Verantwortung, den christlichen Glauben allen Menschen offen anzubieten." Über 727.000 Euro Spenden gingen für dieses Projekt im Jahre 2009 ein. In der Innenstadt von Leipzig wird in den kommenden Jahren das größte katholische Kirchbauprojekt in den ostdeutschen Bundesländern nach der Wiedervereinigung verwirklicht.
Besorgt zeigte sich der Generalsekretär des Bonifatiuswerkes über den erneuten Rückgang der Erstkommunionkollekte: „Dahinter steckt keine Spendenmüdigkeit", betonte Monsignore Austen, „sondern vielmehr die sinkende Anzahl der Kinder, die erstmals das Sakrament der Eucharistie empfangen". Mit 1.990.467,09 Euro liegt das Ergebnis 161.403,47 Euro unter der Erstkommunionkollekte von 2008. Die Zahl der Erstkommunionkinder in Deutschland ging von 245.227 auf 234.881 zurück. „Dies zeigt uns, dass wir heute dringlicher denn je, in die Weitergabe des Glaubens investieren müssen. Wir müssen neue Türen hin zu den Menschen öffnen und zu einer missionarischen Pastoral, die auf Menschen zugeht, ermutigen", bekräftigte der Generalsekretär.
Die positive Einnahmenentwicklung ermöglichte es dem Bonifatiuswerk im Jahr 2009 noch intensiver die Katholiken in der Diaspora zu unterstützen. So konnte das Hilfswerk knapp 7,4 Millionen Euro den deutschen Diasporabistümern für die unterschiedlichsten Projekte zur Verfügung stellen, knapp 10 Prozent mehr als 2008. Ebenfalls deutlich gestiegen sind die Unterstützung der nordeuropäischen Bistümer auf 1,75 Millionen Euro, in die baltische Diaspora nach Estland und Lettland auf 608.000 Euro sowie in die Bildungsarbeit auf gut eine Million Euro. Gefördert wurden insgesamt 91 Bauprojekte im gesamten Fördergebiet. Die Diaspora-MIVA, die Verkehrshilfe des Bonifatiuswerkes, konnte 2009 43 Fahrzeuge für die deutsche Diaspora bezuschussen. Die Diaspora-Kinder- und -Jugendhilfe unterstützte auch 2009 zahlreiche Projekte der Glaubensweitergabe, wie die Religiösen Kinderwochen oder die Jugendvespern in Kloster Wechselburg, sowie Projekte der Jugendsozialarbeit und der Kindererziehung.
Das Bonifatiuswerk unterstützt Katholiken, die in der extremen Minderheit leben, in Nord- und Ostdeutschland, Nordeuropa sowie in Estland und Lettland. Es leistet Bauhilfe, unterstützt die Kinder- und Jugendarbeit mit der Diaspora-Kinder- und -Jugendhilfe, leistet Mobilitätshilfe mit der Diaspora-MIVA und unterstützt Personalstellen für neue Ansätze einer missionarischen Pastoral. Die Diaspora-Aktion 2010 steht unter dem Motto „Freiraum für den Glauben". Am Diaspora-Sonntag, am 21. November, sammeln die Katholiken deutschlandweit in der Sonntagsmesse für die Menschen in der Diaspora.
















