ZG10090211 - 02.09.2010
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Indien: Ein Bischof für 30.000 Katholiken


Von Ruth Steiner

ROM, 2. September 2010 (ZENIT.org).- Madhya Pradesh ist ein indischer Bundesstaat mit 68 Millionen Einwohnern und der Hauptstadt Bhopal. In der wirtschaftlich relativ unbedeutenden Region leben 30.000 Christen und politische Gruppierungen, die den christlichen Glauben unterbinden wollen. Warum wird dort - bei knappen Personalressourcen - ein Bischof eingesetzt?

Im Juli 2009 ist der Steyler Missionar zum Bischof der Diözese Khandwa ernannt worden. Er legte sein Amt als Provinzial der Indischen Zentral Provinz zurück und übernahm die Leitung dieser Diözese in Madhya Pradesh, die erst 1977 gegründet wurde und gerade 30.000 Katholiken beherbergt, bei 4,4 Mio Einwohnern.

Ökonomisch zählt Madhya Pradesh zu den ärmsten Bundesstaaten Indiens. Der wirtschaftliche Aufstieg des riesigen Landes hat diesen Teil noch nicht wirklich berührt. Nach wie vor lebt die Urbevölkerung von der Landwirtschaft. Wenn der Regen ausfällt, ist die Ernte verloren. Ein Grund, warum viele Landarbeiter ihr Glück in den großen Städten suchen. Dort ist aber für ungelernte Hilfsarbeiter, die oft des Schreibens und Lesens unkundig sind, kein Bedarf.

Warum braucht es einen Bischof für so wenige Christen in einer so unbedeutenden Gegend?

Die Antwort von Bischof Durairaj ist einfach und klar: Die christlichen Gemeinschaften sind eine winzige Minorität, aber eine große Kraft. Sie verändern die Zukunft tausender Kinder, indem sie ihnen eine qualitativ gute Ausbildung ermöglichen. 22 Volksschulen, sieben Mittelschulen und zehn Gymnasien gibt es in dieser Diözese. In 27 Internaten können Jungen und Mädchen mit entsprechenden Begabungen höhere Schulen besuchen. Durch ein Sozialservice werden junge Mütter, Frauen und Familien über Ernährung, Hygiene und das Leben in der Gesellschaft unterrichtet. In Selbsthilfegruppen werden Menschen motiviert, ihr eigenes Unternehmen zu gründen, oder erhalten für das Arbeitsleben Zusatzqualifikationen.

Die christlichen Aktivitäten in Madhya Pradesh sind geschätzt, auch wenn hinduistische Extremisten die Verkündigung der Frohen Botschaft behindern, wo sie können. Für den Bischof ist die politische Situation eine große Herausforderung.

Auf seiner Reise nach Rom ist das Missionshaus der Steyler Missionare, St. Gabriel, ein wichtiger Zwischenstopp. Hier, in einem der ältesten Missionshäusern der Steyler Missionare, trifft er auf Menschen, die seine Mission teilen, die in dieser kleinen unbedeutenden Diözese Indiens das Senfkorn sehen, das die Möglichkeit hat, zu einem großen Baum heranzuwachsen.

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