ZG10090304 - 03.09.2010
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"Wichtig, ökologische Initiativen in Gesellschaften bewusst zu machen"


Kurienkardinal Peter Turkson beim 14. Internationalem Kongress


FREISING, 3. September 2010 (ZENIT.org).- Weil unsere Schöpfung, konkret die Lebensumwelt, in der wir uns auf­halten, uns nicht zum Verbrauch überlassen worden ist, sondern weil wir sie von unserem Schöpfer verantwortlich zur Pflege anvertraut bekommen haben, sind wir diesem Schöpfer Rechenschaft schuldig", erklärt Dr. Ger­hard Albert, der Leiter der Renovabis-Geschäftsstelle, das Leitmotiv für die Themenstellung des diesjähri­gen Kongresses des Hilfswerks über ökologi­sche Herausforderungen in Mittel- und Osteuropa.

Wichtigster Gast und Redner zum Thema „In Verantwortung für die Schöpfung" war der Präsi­dent des Päpst­lichen Rates für Gerechtigkeit und Frieden in Rom, Peter Kardinal Turkson. Er betonte, das eigentlich doch etwas ganz Selbst­ver­ständliches zu vermitteln sei: „Im ‚Oikos', im mit Zukunftsperspektive ge­mein­sam bewohnten Haus, gelte es Rücksicht zu nehmen - auf die Anderen um mich herum und auf diejenigen, die nach mir dort wohnen."

Der 62-jährige schwarzafrikanische Kurienkardinal aus Ghana im Westen des Konti­nents verglich Umwelt- und Schöpfungsprobleme seiner Heimat mit den Um­ständen im Osten Europas. So werde etwa beim Goldschürfen durch aus­beuterische Unter­nehmen verantwortungslos das für andere Flussanlieger kostbare Wasser ver­seucht. Kardinal Turkson zitierte Papst Benedikt XVI. mit dessen Weltfriedens-Botschaft vom Neujahrstag 2010 und der Enzyklika „Ca­ritas in veritate". Daraus ergebe sich eine Verantwortung der Kirche für die Schöpfung und diese sei auch öffentlich gel­tend zu machen. Der Papst habe betont: „Es kann keinen Frieden ge­ben ohne den Re­spekt gegenüber der Na­tur, die ja Lebensgrundlage aller Menschen ist."

Der Geschäftsführer der Solidaritätsaktion Renovabis, Gerhard Albert, ist über­zeugt, dass es darauf ankommt, sich im öffentli­chen gesellschaftlichen Diskurs der Ver­ant­wortung zu stellen, die die Menschen konkret in Europa und dabei im Besonde­ren in den Ländern im Osten Europas für die Schöpfung tragen. Dies unterstützten die Pro­jekte des Hilfswerks und dies würde auch durch diesen Kongress gefördert. Noch bis Samstag, 4. Sep­tember, treffen sich mehr als 360 Kongressgäste bei Renovabis auf dem Frei­singer Domberg. Wesent­liches Leitmotiv für Vorträge, Podien und Ar­beits­kreise des Kongresses wird die christliche Maxime der „Bewahrung der Schöp­fung" sein. Hervorzuheben sind unter den Kongressgästen, der frühere Bundesumweltminis­ter Pro­fessor Klaus Töpfer, der Leiter der Kommission Weltkirche der Deutschen Bi­schofs­konferenz Erzbischof Dr. Ludwig Schick, der Münchener So­zialethiker Pro­fes­sor Mar­kus Vogt und viele mittel- und osteu­ropäische Fachleute und Betrof­fene; au­ßerdem der 12-jährige Schüler Felix Finkbeiner von der internationalen Schüler­initia­tive „Plant-for-the-Planet".

Sollen einerseits viele Umweltprobleme konkret angesprochen werden, geht es ande­rerseits auch um das fruchtbare Wirken von Einzelinitiativen zur Verbesse­rung der Si­tuation von Natur, Kulturlandschaften und Lebensfaktoren. Umwelt­probleme sind nicht auf einzelne Regi­onen oder Länder begrenzt, sondern rei­chen weiter, wenn man etwa die Was­ser­ver­schmutzung im Donau­raum oder Klimaveränderungen durch Abholzen von Wäldern betrachtet. Daher soll das Ganze in den Blick ge­nom­men werden und dabei die Posi­tion der Kir­che. Neben Pra­xis-Beispielen aus den Ländern Mittel- und Osteuropas wird auch die Umweltarbeit der Kirchen in Deutschland vorgestellt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hält ‑ wie sie in ihrer Grußadresse betont ‑ die Bewahrung der Schöpfung für „die wohl drängendste Frage unserer Zeit": „Des­halb sind Solidarnetzwerke wie die von Renovabis und grenz­übergreifende Dis­kussionen wie auf Ihrem internationalen Kongress so wichtig."

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