ZG10090305 - 03.09.2010
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Von Haiti bis Rom: Das neue Leben zweier alter Menschen


Gemeinschaft Sant´Egidio verstärkt Engagement für Senioren durch Initiative: "Es lebe, wer alt ist"


ROM, 3. September 2010 (ZENIT.org).- Seit Anfang Juli leben sie im betreuten Wohnen "Es lebe, wer alt ist!" der Gemeinschaft Sant'Egidio in Rom. Die beiden alten Menschen aus Haiti heissen Remilia und Jean Du Bonheur und sind 72 und 74 Jahre alt. Sie lebten in Port au Prince, wo ihr Haus vom Erdbeben vollkommen zerstört wurde.

Ihr Sohn lebt seit über drei Jahren in Italien und hatte keine Nachricht von ihnen. Zwei Tage nach den ersten starken Erdstößen flog er hin, um sie zu suchen. Er fand sie lebend, aber ohne alles, wie die Mehrheit der Bevölkerung.

Nach einen Monat im Einsatz für die Menschen vor Ort, entschied der Sohn, seine alten Eltern nach Italien zu bringen.Nach einer kurzen Zeit als Gäste bei seinem Arbeitgeber, baten sie die Gemeinschaft Sant'Egidio um Hilfe, die sie im betreuten Wohnen "Es lebe, wer alt ist!" in Rom aufgenommen hat.

Sie wurden bei ihrer Ankunft von den anderen alten Menschen mit großer Herzlichkeit aufgenommen, die mit großer Aufmerksamkeit das Geschehen in Haiti mitverfolgt hatten, wo die Gemeinschaft ihre Hilfe für die Erdbebenopfer weiter fortsetzt.

Remilia spricht nur Kreolisch, verständigt sich jedoch mit allen durch Gesten, die ihre Freude und ihren Wunsch ausdrücken, Dankbarkeit zu zeigen.

Ihr Ehemann Jean ist fast vollkommen blind, er spricht aber etwas Französisch, weil er als Kind die Schule besuchte. Bis vor wenigen Jahren war er Schneider in Haiti.

Remilia hilft bei der Gartenarbeit, sie hat gelernt, zum Bäcker zu gehen, der ihr jeden Tag frisches Brot schenkt. Man trifft sie oft direkt nach dem Hauseingang auf dem Sofa im Erdgeschoss, wo sie alle ankommenden Gäste begrüßen in der Freude über dieses neue Leben nach dem schrecklichen Erdbeben, das ihr Land verwüstet hat.

Aus der mehrjährigen Erfahrung der Gemeinschaft Sant´Egidio im Dienst an den alten Menschen ist 1998 die Bewegung "Es lebe, wer alt ist" entstanden, die heute 10.000 Mitglieder auf der ganzen Welt umfasst. Die Bewegung ist ein Vorschlag für viele, ob sie nun alt sind oder noch nicht, die das Alter als Chance für sich selbst und für andere leben wollen. Die alten Menschen können mit ihrem numerischen Gewicht in unserer zeitgenössischen Gesellschaft heute mehr als gestern einen Beitrag leisten, damit Änderungen in der gängigen Art und Weise, das Leben aufzufassen und über das Alter zu denken und ihm zu begegnen, erreicht werden. Sie können in unserer Zeit helfen, das Geschenk eines langen Lebens zu entdecken und zu schätzen. Die Bewegung ist daher bemüht, den alten Menschen die Möglichkeit zu einem langen, produktiven und heiteren Leben zu geben. Die alten Menschen der Bewegung setzen sich für die Verkündigung des Evangeliums und das Gebet ein, sie machen nützliche soziale Dienste, arbeiten ehrenamtlich und helfen anderen mit ihrem Dienst.

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