ZG10090605 - 06.09.2010
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"Ein Mann von großem Glauben und tiefer Frömmigkeit"


Papst Benedikt XVI. ehrt Papst Leo XIII. als Hirten voll "christlicher Weisheit"


Von Michaela Koller

ROM, 6. September 2010 (ZENIT.org).- Papst Benedikt XVI. hat bei seinem Besuch in der Geburtsstadt Papst Leos XIII. am Sonntag sowohl die Frömmigkeit als auch die Weisheit des 1903 verstorbenen Vorgängers betont. Anlässlich des 200. Geburtstags des Begründers der katholischen Soziallehre war das katholische Oberhaupt in die kleine rund 70 Kilometer südöstlich von Rom gelegene Gemeinde zu einer Heiligen Messe unter freiem Himmel angereist. „Zunächst ist anzumerken, dass er ein Mann von großem Glauben und tiefer Frömmigkeit war", sagte Benedikt XVI. in seiner Predigt über den großen Sohn Carpineto Romanos in den Lepinischen Bergen.

Dies bleibe vor allem die Basis für jeden Christen, einschließlich des Papstes. Sowohl Worte als auch Taten des Pecci-Papstes hätten die innige Religiosität durchscheinen lassen, die auch in seiner Lehre ihren Ausdruck gefunden habe. Unter dessen zahlreichen Enzykliken und Apostolischen Schreiben fänden sich auch sehr spirituelle, die ausdrücklich die Verehrung Mariens und des Rosenkranzes behandelten. Ebenso seien andere Dokumente von Papst Leo XIII. überliefert, die etwa Christus als Erlöser behandelten, den Heiligen Geist, die Weihe an das Herz Jesu sowie die Hingabe an den heiligen Joseph und den heiligen Franz von Assisi, dessen Spiritualität sich dieser Papst eng verbunden fühlte.

Ein zweiter Begriff kennzeichne Leo XIII., der der christlichen Weisheit. „Jeder Hirte ist aufgerufen, dem Volk Gottes nicht eine abstrakte Wahrheit zu vermitteln, sondern eine Weisheit, besser gesagt eine Botschaft, die den Glauben mit dem Leben verbindet, die Wahrheit mit der konkreten Wirklichkeit", sagte das katholische Oberhaupt in seiner Predigt. Dies habe der Pecci-Papst mit dem Beistand des Heiligen Geistes in einer Zeit getan, die eine der schwierigsten in der Geschichte der Kirche war und sei dabei im Glauben der Tradition treu geblieben und habe sich den großen offenen Fragen gestellt. „Und es gelang ihm auf der Grundlage seiner 'christlichen Weisheit', die sich auf die Schrift gründete, auf das immense theologische und spirituelle Erbe der katholischen Kirche und auf die fundierte und reine Philosophie des heiligen Thomas von Aquin, die er im höchsten Grade schätzte und in der gesamten Kirche förderte."

Papst Leo XIII. hatte sich nicht nur in seiner eigenen Naturrechtslehre vom großen scholastischen Vorbild prägen lassen, sondern war vor allem auch um eine Wiederherstellung der Philosophie und der Theologie im Geiste Thomas von Aquins bemüht. In der Enzyklika Aeterni Patris legte er sein Bestreben dar, dessen „goldene Weisheit zum Schutz und Schmuck der katholischen Lehre, zum Besten der Gesellschaft, zum Wachstum aller Wissenschaften wieder einzuführen und so viel wie möglich zu verbreiten". Leo XIII. gründete eine eigene Akademie zur Verteidiung dieser Lehre sowie einen Lehrstuhl für thomistische Philosophie im belgischen Löwen, von deren Wissenschaftlichkeit und zugleich Wahrheitsgehalt er sein ganzes Leben überzeugt war und aus der er geistig sowie spirituell schöpfte.

Er habe es verstanden, die Gläubigen zum Einsatz in der Gesellschaft inspirieren. Unmittelbar nach der Veröffentlichung der berühmtesten Enzyklika Leos XIII., Rerum novarum, hätten sich in Italien und anderen Ländern entsprechende Initiativen explosionsartig herausgebildet. „In einer Zeit des bitteren Antiklerikalismus und hitziger Kundgebungen gegen den Papst verstand es Leo XIII., die Katholiken zu einer aufbauenden Teilhabe heranzuführen, inhaltsreich und und feststehend auf den Prinzipien und zur Öffnung fähig." Seine Lehre zeuge von der Fähigkeit der Kirche, ohne Kompromisse die großen Fragen der Zeit zu behandeln.

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