ZG10090609 - 06.09.2010
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Ein entschiedener Aufruf gegen den Zeitgeist!


Ansprache vor dem Angelusgebet am 23. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr C


ROM, 6. September 2010 (ZENIT.org).- Dankbar schaute Papst Benedikt XVI. in seiner Ansprache zum Angelusgebet am 23. Sonntag im Jahreskreis auf seinen Besuch in Carpineto Romano zurück, wo vor 200 Jahren Papst Leo XIII., Vincenzo Gioacchino Pecci, geboren wurde.

Wichtig war es dem Papst, dann auf seine Botschaft zum Weltjugendtag in Madrid 2011 (ZENIT berichtete Teil 1 und Teil 2) einzugehen, die er als einen „entschiedenen Aufruf gegen den Zeitgeist" bezeichnete.

Wir dokumentieren den vollständigen Text der Ansprache:

* * *

Liebe Brüder und Schwestern!

Gerade bin ich aus Carpineto Romano zurückgekehrt, wo vor 200 Jahren Papst Leo XIII., Vincenzo Gioacchino Pecci, geboren wurde. Ich danke dem Herrn, dass ich zu diesem wichtigen Anlass mit den Einwohnern der Stadt die Eucharistie feiern durfte. Heute möchte ich kurz meine Botschaft -die vor einigen Tagen veröffentlicht wurde- an die Jugend zum 26. Weltjugendtag präsentieren, der in weniger als einem Jahr in Madrid stattfinden wird.

Für diese Botschaft habe ich eine Wendung aus dem Kolosserbrief des Hl. Paulus gewählt: „Verwurzelt in Christus und auf ihn gegründet, fest im Glauben" (2,7). Das ist ein entschiedener Aufruf gegen den Zeitgeist! Wer schlägt heute tatsächlich Jugendlichen vor, „verwurzelt" und „fest" zu sein? Stattdessen preist man die Unsicherheit, die Mobilität, die Unbeständigkeit...alles Aspekte, die eine Kultur der Unentschiedenheit gegenüber den grundlegenden Werten widerspiegeln, gegenüber den Prinzipien, die dem eigenen Leben Orientierung und Ordnung geben. Ich weiß selber aus eigener Erfahrung und durch die Kontakte, die ich mit Jugendlichen habe, sehr gut, dass jede Generation, besser noch jeder Einzelne von Neuem dazu aufgerufen ist, sich auf den Weg zu machen, um den Sinn des Lebens zu finden. Und dies ist der Grund, warum ich wiederum eine Botschaft vorschlagen wollte, die in biblischem Stil die Bilder des Baums und des Hauses beschwört. Der Jugendliche ist tatsächlich wie ein Baum im Wachstum: Um sich gut zu entwickeln, braucht er tiefe Wurzeln, die ihn bei Sturm gut in der Erde verwurzelt festhalten. So ruft auch das Bild von dem Gebäude, das errichtet wird, die Notwendigkeit eines festen Fundaments hervor, damit das Haus solide und sicher wird.

Und hier das Herz der Botschaft: Es liegt in den Ausdrücken „in Christus" und „im Glauben". Die volle Reife einer Person, ihre innere Stabilität, haben ihr Fundament in der Beziehung zu Gott, einer Verbindung, die über die Begegnung mit Jesus Christus verläuft. Eine Verbindung tiefen Vertrauens, einer authentischen Freunschaft mit Jesus ist im Stande, einem Jugendlichen das zu geben, was er braucht, um sich den Forderungen des Lebens zu stellen: Gelassenheit und innere Klarheit, eine Haltung positiven Denkens, Langmut der Seele gegenüber den anderen, persönlicher Einsatz für das Gute, die Gerechtigkeit und die Wahrheit. Ein letzter, sehr wichtiger Aspekt ist: Um gläubig zu werden, wird der Jugendliche vom Glauben der Kirche gestützt; wenn kein Mensch eine Insel ist, um wieviel mehr gilt dies für einen Christen, der in der Kirche die Schönheit des geteilten und gemeinsam gegenüber dem anderen durch Brüderlichkeit und im Dienst der Liebe bezeugten Glaubens entdeckt.

Diese Botschaft an die Jugend hat das Datum vom 6. August, des Festes der Verklärung des Herrn. Könnte doch das Licht des Antlitzes Christi in den Herzen jedes Jugendlichen aufstrahlen! Und die Heilige Jungfrau begleite mit ihrer Fürsprache den Weg der Gemeinden und der Jugendgruppen zum großen Treffen in Madrid 2011!

[Die deutschsprachigen Pilger begrüßte der Papst mit folgenden Worten:]

Mit Freude heiße ich die Pilger und Besucher deutscher Sprache willkommen; unter ihnen grüße ich eine Delegation der CDU Nordrhein-Westfalen. Heute vormittag habe ich Carpineto Romano besucht, den Geburtsort Papst Leos XIII. Mit Weitblick legte er in seiner Enzyklika „Rerum novarum" die Grundsätze der Soziallehre der Kirche in moderner Zeit dar. In Treue zur Botschaft Jesu Christi an einer gerechten sozialen Ordnung mitzuarbeiten ist ein ständiger Auftrag für die Kirche und für uns alle. Der Herr segne Euch und Eure Lieben.

[ZENIT-Übersetzung des italienischen Originals durch Jan Bentz © Copyright 2010 - Libreria Editrice Vaticana]

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